Aksak Maboul mit zwei Remix-, Cover- und Neubearbeitungsalben im Oktober 2021

Im Mai 2020 erschien das Doppelalbum Figures der legendären belgischen Band Aksak Maboul. Nun folgen am 22.10.2021 gleich zwei Alben mit Remixen, Coverversionen und neuen Versionen von fünfzehn ganz unterschiedlichen Musiker*innen auf Vinyl (jeweils streng auf 500 Exemplare limitiert) sowie als digitale Ausgabe. Betitelt sind sie Redrawn Figures 1 und Redrawn Figures 2.

Mit von der Partie sind u.a. The Notwist, Cate Le Bon, Felix Kubin, Tolouse Low Trax und Matias Aguayo. Zu ihren Versionen kommen vier weitere von Aksak Maboul-Gründer Marc Hollander selbst.

Wie im Albumtitel bereits anklingt, bat Aksak Maboul die Musiker*innen, sich nicht nur die Musik, sondern auch das von Véronique Vincent gestaltete Artwork von Figures vorzunehmen. Die daraus resultierenden sechzehn Bearbeitungen zieren das Cover von Redrawn Figures 1. Das Cover von Redrawn Figures 2 wiederum stammt vom französischen Maler Hervé Di Rosa, einem der Mitbegründer der „Figuration Libre“-Bewegung.

Die Teilnehmer*innen (in Reihenfolge der beiden Tracklistings):

Vanishing Twin: Die Band wird von der Sängerin und Multi-Instrumentalistin Cathy Lucas angeführt und ist ein internationales Projekt mit Basis in London, dessen Mitglieder aus Italien, Japan und Großbritannien stammen. Das Stück „Silhouettes“ wird in ihrer Bearbeitung zu einem poetischen Remix.

Shungu: der junge, in Brüssel beheimatete Musiker, ist mit der kalifornischen Underground-Hip-Hop-Szene verknüpft und veröffentlicht Alben mit sich ständig veränderndem Sound. Sein Beitrag zu Redrawn Figures ist ein eleganter Remix des Stücks „C’est Charles“.

The Notwist: kürzlich erst arbeitete die Band mit Juana Molina zusammen und durch einen Zufall kam heraus, dass Markus Acher schon lange Aksak Maboul-Fan ist. Die Band arbeitete „Tout a une fin” in eine Mini-Pop-Sinfonie in neuem Arrangement und mit Gastmusiker*innen an Viola, Fagott, Bassklarinette und Flöte um.

Cate Le Bon: Die walisische Sängerin, Musikerin, Produzentin und Komponistin ist ebenfalls schon lange Aksak Maboul-Fan. Sie entschloss sich zu einer eindringlichen Coverversion des Stücks „Sophie La Bévue“.

Carl Stone: Seit den frühen 1980er Jahren gilt der US-amerikanische Komponist als einer der spannendsten experimentellen, elektroakustischen Musiker. Seine Version „Hotel Suites” ist ein umwerfendes klangliches Anagramm des Stücks „Silhouettes“.

Spooky-J: ist das Alias von Jacob Maskell-Key, Mitbegründer und Schlagzeuger der anglo-ugandischen Band Nihiloxica. Er wählte „Un Caïd“ für seine faszinierende Neubearbeitung aus.

Kate NV: der Avant-Elektropop der Moskauer Vokalistin, Komponistin und Designerin Ekaterina Shilonosova vereint Melodien mit Klangexperimenten. Sie ist außerdem Mitglied einer Postpunk-Band und viel mehr. Ihr Kontakt zu Aksak Maboul entstand nach einem ihrer Mixe für das DJ Mag, in dem sie mehrere Stücke der Band nutzte. So kam es zu ihrer Neubearbeitung von „Retour chez A“.

Hello Skinny: alias Schlagzeuger / Komponist Tom Skinner ist bekannt durch seine Arbeit mit Sons of Kemet, Matthew Herbert und Smile, seinem Trio mit Thom Yorke und Jonny Greenwood. Als Hello Skinny veröffentlicht er bei Brownswood. Seine elegante Neubearbeitung von „Un Caïd“ bietet spektakuläres Schlagzeugprogramming.

Ohh_luu: alias Omo Igi oder Oluwaseun Odubiro ist ein geheimnisumwitterter Musikproduzent aus Brooklyn, dessen elektronische Musik zwischen dunkel, abstrakt und clubbig liegt. Seine Version von „Dramascule“ ist wild und mitreißend.

Felix Kubin: Hamburger Musiker, DJ und Kurator, der sich das Stück „Retour chez A“ vornahm. Hört man aus seiner Version etwa eine Vorliebe für die NDW und die elektronische Popmusik der 1980er Jahre heraus?

Tolouse Low Trax: ist das Alias von Detlef Weinrich, der unter diesem Künstlernamen für seine dubbigen, krautrockigen Tracks bekannt wurde. Er ist außerdem Teil der Band Kreidler und Mitbegründer und DJ im Düsseldorfer Salon des Amateurs. Dort spielte Aksak Maboul 2015 auf seine Einladung hin ein Konzert. Detlefs Wahl fiel auf das Stück „Histoires de fous“, das in seinem psych-dubbigen Ansatz zu „La Fin de l’Histoire“ wird.

Stubbleman
(Photo Credit: Pippa Ungar)

Stubbleman: die fröhliche, festlich gestimmte Version von „Tout a une fin“ stammt vom britisch-belgischen Produzenten und Musiker Pascal Gabriel, der mit vielen bekannten Musiker*innen wie S’Express, Bomb The Bass, Miss Kittin, Inspiral Carpets oder Kylie Minogue zusammengearbeitet hat. Als Stubbleman veröffentlicht er Instrumental-Ambient-Alben.

Jordan Fields: Chicago-House-DJ, der seit den 1990er Jahren Platten herausbringt und für das Album einen frischen Old-School-Remix von „Un Caïd“ beisteuert, der in einer transatlantischen Kooperation von Marc Hollander koproduziert wurde.

Matias Aguayo
(Photo Credit: Marcelo Setton)

Matias Aguayo: der deutsch-chilenische Musikproduzent und DJ veröffentlicht seit den frühen 2000er Jahren sehr unterschiedliche Musik. Sein Remix von „Dramascule“ klingt wie das Sezieren des Originalstücks oder wie ein Besuch mitten im Track, bei dem Projektoren Licht auf einige der Teile werfen, die in der Albumversion im Schatten gestanden haben.

Aksak Maboul Remixe von Marc Hollander: das Stück „Tous KO“ nutzt Elemente wie die Spuren von Fred Friths Violine und Benjamin Gliberts Gitarren aus „Retour chez A“. Zudem verweist er mit Véronique Vincents Stimme und der Melodica-Melodie auf den Song „Chez les Aborigènes von 1982, nutzt aber darüber hinaus auch neue Aufnahmen und Arrangements. „Uccellini: The Menace“ ist ein abstraktes Stück für Improv-Klavier, das nachträglich bearbeitet wurde. Dazu kommen Fragmente von Véronique Vincents Vocals für das Stück „The Aboriginal Variations“ als recyclete Stimme. „Eyelids and Phosphenes“ ist eine Neubearbeitung, die als Remix von „Un Caïd“ beginnt und sich dann in ein wildes Stück mit neuen Vocals, Keyboards und Bläserarrangements verändert. „Charles Undresses (and Goes to Bed”) ist eine frisch editierte Instrumentalversion von „C’est Charles“.

Aksak Maboul live:
10.11.2021 Köln / Jaki

Aksak Maboul in aller Kürze:
Nach Jahrzehnten Bandpause fand die einflussreiche Band um Crammed Discs-Chef Marc Hollander und Véronique Vincent wieder zusammen. Live spielen die beiden aktuell mit Faustine Hollander, Lucien Fraipont und Erik Heestermans zusammen. Aksak Maboul wurde 1977 von Hollander gegründet und die ersten beiden Alben sind zu Avantgarde-Klassikern geworden. 2014 kam die Band mit dem Ex-Futur Album wieder zusammen, besteht seitdem in sehr unterschiedlichen Konstellationen weiter und veröffentlichte 2020 nach langen Jahren das erste neue Material auf dem Album Figures.

Aksak Maboul
(© Samuel Kirszenbaum)

Weitere Informationen:
http://www.crammed.be (http://www NULL.crammed NULL.be)
https://www.facebook.com/AksakMaboul1/ (https://www NULL.facebook NULL.com/AksakMaboul1/)

AKSAK MABOUL
Die neuen Alben: Redrawn Figures 1 und Redrawn Figures 2
VÖ: 22.10.2021
Label: Crammed Discs
Vertrieb: Indigo (CD, LP), PIAS (digital)
Formate: LP (limitiert auf jeweils 500 Stück), digital
Bestellnummer und EAN Redrawn Figures 1: Cram307LP, 876623008385
Bestellnummer und EAN Redrawn Figures 2: Cram308LP, 876623008392
Labelcode: 08689

Siehe auch:
Figures: https://www.ub-comm.de/?p=5457
Ex-Futur Album: https://www.ub-comm.de/?p=2117
16 Visions of Ex-Futur: https://www.ub-comm.de/?p=3722
Onze danses pour combattre la migraine: https://www.ub-comm.de/?p=3039
Un peu de l’âme des bandits: https://www.ub-comm.de/?p=4195

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