Aksak Maboul mit neuem Album im Mai

Figures ist das neue Album der legendären experimentellen Popband Aksak Maboul. Es wurde über die letzten Jahre hinweg von Marc Hollander, Gründer von Aksak Maboul und dem Label Crammed Discs, und Véronique Vincent, Sängerin von The Honeymoon Killers, geschrieben und produziert und am 22.05.2020 veröffentlicht.

Nach dreißig Jahren Auszeit für die Band, sprudelten die Ideen für die 22 Stücke und Interludien auf dem Doppelalbum nur so. Aksak Mabouls Musik passte mit seinen vielfältigen musikalischen Einflüssen zwischen elektronischer Musik, Pop, experimenteller Musik, Jazz, Minimalismus oder zeitgenössischer Klassik, die die Band auf unnachahmliche Art immer neu konfiguriert hat, nie so wirklich in eine Genreschublade und das ist auch auf dem neuen Album so.

Mit seiner nahtlos ineinander verwobenen elektronischen und akustischen Instrumentierung, der Improvisation und Programmierung sowie den Songs, Beats, „Found Objects“ und Klangkollagen ist das Album wie ein Labyrinth, voll von Geheimgängen und überraschenden Verknüpfungen. Ganz bewusst setzt das Album mit seinen 75 Minuten Laufzeit einen Kontrapunkt gegen den Mythos um die kurze Aufmerksamkeitsspanne und die daraus resultierende sofortige Gratifikation des Hörers. Er sollte sich Zeit nehmen, um die vielen Details und Schichten darin kennenzulernen.

Véronique Vincent und Marc Hollander haben das Album in enger Zusammenarbeit geschrieben. Dabei ergaben sich aus ihrer jeweils eigenen Logik heraus Parallelen. Véroniques von ihrer Liebe zur Malerei und Literatur beeinflusste Texte sind fein ausgearbeitet und geheimnisvoll. Sie bilden ein dichtes Gewebe, in dem Marcs klangliches Kaleidoskop wiedergespiegelt wird. Außer einer Komposition von Véronique und Julien Gasc schrieb und arrangierte Hollander die gesamte Musik selbst; Véronique hat die Zeichnungen und Gemälde im Cover Artwork beigesteuert.

Der Großteil von Figures ist mithilfe der jungen aktuellen Bandmitglieder im eigenen Studio eingespielt worden: Faustine Hollander (Bass, Vocals, Co-Produktion), Lucien Fraipont (Gitarre) und Erik Heestermans (Schlagzeug). Als Gäste dabei sind: Fred Frith, Steven Brown (Tuxedomoon), Mitglieder von Aquaserge (Julien Gasc, Audrey Ginestet & Benjamin Glibert) und einige der früheren Bandmitglieder (Michel Berckmans und Sebastiaan Van den Branden…).

Tourdaten in Deutschland sind in Planung, aber noch nicht bestätigt.

Hintergrund (Kurzversion):
1977 und 1980 veröffentlichte Aksak Maboul zwei Alben, die heute zu Avantgarde-Klassikern geworden sind. Hollander widmete sich danach seinem Label Crammed Discs, auf dem er mehr als 350 Alben von Künstlern wie Tuxedomoon, Acid Arab, Konono N°1, Carl Craig, Juana Molina oder Yasmine Hamdan veröffentlicht hat. Seit 2014 verfolgt er seine Karriere als Musiker weiter, zuerst mit dem „verlorenen“ dritten Aksak Maboul-Album, jetzt mit neuen Songs.

Hintergrund (lange Version): Eine kurze Geschichte von Aksak Maboul in 5 ½ Kapiteln
Aksak Maboul wurde 1977 von Marc Hollander gegründet. Der einzige Fixpunkt in der sich immer wieder verändernden Band blieb Marc selbst, der sich mit dem spielerischen Mixen und Dekonstruieren unterschiedlicher Genres seine ureigene Klangwelt erschaffen hat. Jedes Album der Band unterscheidet sich von den anderen, aber alle teilen eine gemeinsame ästhetische und musikalische Basis miteinander. Dieser Ansatz floss auch in das von Hollander 1980 gegründete Label Crammed Discs ein.

01.
Produzent Marc Moulins Auftrag an Marc Hollander, für sein Label Kamikaze ein Album zu schreiben und aufzunehmen, startete das Projekt Aksak Maboul. Marc holte seinen Freund Vincent Kenis mit ins Boot und die beiden mischten und bogen sich fröhlich Elemente u.A. aus der Minimal Music, dem sogenannten Canterbury-Pop, Jazz, (scheinbar) zeitgenössischer Klassik, Folk Music aus Afrika und vom Balkan mit einer Prise Prä-Techno-Elektronik zurecht. Daraus entstand das später Kultstatus erreichende elegante Album Onze danses pour combattre la migraine.

02.
Im Frühjahr 1980 wurde das zweite Album Un peu de l’âme des bandits mit einem erweiterten Line-Up u.a. mit Fred Frith und Chris Cutler aufgenommen. Es war intensiver und experimenteller als das Debüt, aber mit seinen komplexen Teilen und freier Improvisation genauso unberechenbar. In dieser Zeit wurde die Band der RIO- (Rock in Opposition)-Bewegung zugerechnet, innerhalb derer es auch heute noch zu den Highlights zählt. Der NME erklärte es 1980 neben Yello, Steve Reich, The Nits und Faust zu einem der Top10 Alben aus Europa.

03.
1980/81 ging Aksak Maboul durch eine No Wave-Phase. Hollander lud drei Mitglieder der wilden Free Jazz-/Punk-Band Les Tueurs de la Lune de Miel in ein neues, primitivistisches Line-Up ein. Die junge französische Sängerin Véronique Vincent stieß dazu und Vincent Kenis kehrte zurück. Für ca. ein Jahr tourte das neue Line-Up und spielte eine hybride Mischung aus den Stücken beider Bands. Es folgten 1982 die Aufnahmen für das Honeymoon Killers-Album, das für einigen Wirbel in Europa sorgte.

04.
Dann folgte eine lange Auszeit von… dreißig Jahren, in denen sich Hollander voll seinem Label Crammed Discs widmete, bevor er mit der Veröffentlichung des seit 1981 in den Archiven des Labels schlummernden, und nie zuvor veröffentlichten dritten Albums von Aksak Maboul wieder als Musiker aktiv wurde. Es war zwischen 1980 und 1983 von Marc Hollander und Véronique Vincent geschrieben und eingespielt worden und erforschte die Avant-Electropop-Seite aus dem breiten musikalischen Spektrum von Aksak Maboul. Zusammengestellt wurde es aus unveröffentlichten Tapes, Demos und Kassetten und bekam den Namen Ex-Futur Album und erschien 2014. Es folgten Remixe und Coverversionen von Laetitia Sadier, Lena Willikens, Hello Skinny, Aquaserge, Jaakko Eino Kalevi, Flavien Berger, Forever Pavot, Burnt Friedmann und anderen auf dem Tribute-Album 16 Visions Of Ex-Futur im Jahr 2016.

05.
Durch die überschwänglichen Reaktionen auf Ex-Futur, beschlossen Hollander und Vincent ein neues Live-Line-Up für Aksak Maboul mit Musikern ins Leben zu rufen, die bei den Originalaufnahmen der Songs noch nicht einmal geboren waren. Zwischen 2015 und 2017 folgten Auftritte in Europa und danach zogen sich Marc Hollander und Véronique Vincent ins Studio zurück, um ein viertes Album namens Figures einzuspielen, das wiederum eine neue Facette in der Aksak Maboul-Geschichte darstellt.

Outro
2017 schrieb der Autor Mikey IQ Jones über Aksak Maboul: „the roots of Aksak Maboul’s appeal and longevity lie within the collective’s shapeshifting lineup and their chameleonic aesthetic abilities; the group’s ever-mutating sound is akin to a sonic möbius strip, always digesting and recontextualizing itself, where seams and edges show but continually fold in upon themselves as the madness evolves. The best part? That evolution hasn’t yet ceased.”

Weitere Informationen:

http://www.crammed.be/index.php?id=34&art_id=2 (http://www NULL.crammed NULL.be/index NULL.php?id=34&art_id=2)
https://www.facebook.com/AksakMaboul1/ (https://www NULL.facebook NULL.com/AksakMaboul1/)

AKSAK MABOUL
Das neue Album: Figures
VÖ: 22.05.2020
Label: Crammed Discs
Vertrieb: Indigo (CD, LP), PIAS (digital)
Formate: 2CD, 2LP, digital
Bestellnummern: cram300
EAN: 876623008125 CD, 876623008132 LP
Labelcode: 08689

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