Nihiloxica mit Debütalbum bei Crammed Discs am 12. Juni 2020

Kaloli ist das Debütalbum der Electro-Percussion-Gruppe-Nihiloxica (Photo Credit: Will Leeming)[/caption] Nihiloxica aus Kampala. Es wird am 05.06.2020 bei Crammed Discs veröffentlicht und vereint die treibenden Percussionrhythmen des Nilotika Cultural Ensembles mit technoiden Analogsynth- und Hybrid-Kit-Sounds von pq und Spooky-J aus Großbritannien. Das Resultat klingt wie von einem anderen Stern. Kaloli navigiert sich durch unerforschte Welten zweier Dance-Musik-Kulturen, in denen traditionelle Elemente zu etwas Sinistrem und Nihilistischem mutieren.

Kaloli heißt in der Luganda-Sprache der „Marabu“ und Marabus sind Aasvögel, die sich besonders gerne an Orten versammeln, die einen erhöhten Grad an urbaner Verschmutzung aufweisen, wie das z.B. in Ugandas Hauptstadt Kampala der Fall ist. Diese riesengroßen, von Furunkeln und Geschwülsten geplagten Vögel gedeihen prächtig im Müll, aber wenn sie sich in den gewaltigen Luftströmen gen Himmel erheben, gleiten sie in all ihrer Widerlichkeit trotzdem mühelos über die Stadt. Nihiloxica beschreitet einen ähnlichen Weg wie der Kaloli: ein dissonanter, polyrhythmischer Anschlag auf die Sinne von einer gleichzeitig zum Vorschein kommenden transzendentalen Schönheit.

Seit 2017 hat die Band ihren Sound im Nyege Nyege Boutiq Studio in Kampala, einem der vitalsten kulturellen Treffpunkte des Kontinents, immer weiterentwickelt. Zwischen den Bandmitgliedern aus Uganda und aus Großbritannien entspann sich ein musikalischer Dialog zweier weit voneinander entfernt wirkender Dance-Music-Kulturen aus zwei Kontinenten, der sich, einer unmittelbaren Synergie zwischen den beiden Gruppen geschuldet, zu einer akustischen Einheit entwickeln konnte. So entstand die selbstbetitelte EP von den Kompositionen über die Proben bis zu den Aufnahmen in einem minimalistischen Studioaufbau innerhalb nur eines Monats. Das ließ sie roh und brutal wirken und katapultierte sie in die Best-Of-Listen in der ganzen Welt.

Mit der im Folgejahr entstandenen zweiten EP „Biiri“ erwies sich, dass das Debüt ein erster Schnappschuss von Nihiloxica war, aber noch nicht ihr volles Potential zeigte. Bei intensiven Jam-Sessions und dem Live-Test für das neue Material war die Band sehr viel freier im Umgang miteinander und ihr musikalisches Vokabular wurde verschachtelter und vielschichtiger. Nach drei erfolgreichen Europatourneen kommt jetzt mit Kaloli das crosskontinentale Debütalbum.

Eingespielt wurde es mit Ross Halden im Hohm Studio im englischen Bradford, direkt nachdem Nihiloxica den Support von Aphex Twin bei einem Konzert in London gespielt hatten. Durch pqs ehrliche und mächtige Produktion fängt das Album die Lebendigkeit der Live-Sets von Nihiloxica sehr gut ein. Der Großteil des Albums entstand im September 2019 in nur fünf Tagen und besteht aus acht synthetischen Abstrakten von traditionellen ugandischen Folkrhythmen. Jedes Stück enthält in seinem Kern einen Groove, ein zu erforschendes und weiterzuentwickelndes Rhythmusmuster. Jedes davon führt uns in ein anderes rhythmisches Gebiet: „Busoga“ in den Osten Ugandas, „Bwola“ in den Norden, „Gunjula“ in die zentral gelegene Region Buganda.

Der Sound wird von den überlieferten Drumsets in Buganda dominiert: Alimansi Wanzu Aineomugisha (alias Spyda MC) und Jamiru Mwanje (Jally) an den Engalabis, einer großen ugandischen Schwester der Djembe, Henry Kasoma (Prince) an einer selbstgebauten Trommel und vier Namunjolobas (kleine, hochgestimmte Trommeln) und Henry Isabirve (Isa) an drei tiefgestimmten Basstrommeln, darunter die Empuunyi. Dazu spielt Wanzu das Schlaginstrument Ensaasi. Eine der Hauptzugaben in der Klangpalette von Kaloli sind die elektronischen Drum-Sounds von Jacob Maskell-Key (Spooky J). Sie verbinden die beiden Kontinente durch einen zusätzlichen Link, eine elektro-perkussive Interpunktion in „Salongo“ und „Gunjula“. Die Muster werden dann spektral und harmonisch von Pete Jones‘ (pq) Synths erforscht, der nach Hooks und Sounds im rhythmischen Chaos sucht.

Auf dem Album gehen die Nihiloxica-Bandmitglieder in ihrem Dialog weiter als zuvor: „Busoga“ ist träumerisch-melodisch, während „Bwola“ den Hörer direkt tief ins Armageddon stürzt und in „Tewali Sukali“ nimmt sich die Band etwas verstohlen ihrer Heavy Metal-Einflüsse an.

Im Proberaum in Jinja kurz vor den Aufnahmen für das Album mitgeschnittene Interludien zeigen dem Hörer eine weitere Facette von Niholoxicas Musik. Im dritten und letzten dieser Interludien hören wir Jally seine Engalabi zugunsten einer selbst gefertigten Flöte eintauschen, um dem Album ein besinnliches, improvisiertes Outro zu verleihen. Dabei wird er von einem Abendchor von den in Jinja so zahlreichen Grillen begleitet.

Nihiloxica sollten ab Mai u.a. bei Sonar und Dekmantel Festival auftreten sowie Clubshows absolvieren. Auftritte ab Oktober sind in Planung.

Weitere Informationen:
http://nihiloxica.com/ (http://nihiloxica NULL.com/)
https://www.facebook.com/nihiloxica/ (https://www NULL.facebook NULL.com/nihiloxica/)

NIHILOXICA
Das Debütalbum: Kaloli
VÖ: 12.06.2020
Label: Crammed Discs
Vertriebe: Indigo (CD) / PIAS (digital)
Bestellnummer: cram297
EAN CD: 876623008101
EAN LP: 876623008118
Formate: CD, 2LP, digital
Labelcode: 08689

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