Baiju Bhatt & Red Sun mit neuem Album bei Neuklang am 31. März 2023

Komm mit in die Zukunft, komm mit in einen neuen Bewusstseinszustand, lass dich auf eine Welt ein, in der die Kulturen verschmelzen, Unterschiede gefeiert werden und die Möglichkeiten unendlich erscheinen. Wo transalpine Gipfel und nebelverhangene Täler auf die Hitze und die Farbschattierungen der Paläste Rajasthans treffen. Wo Musik Leben ist und Virtuosität eine Voraussetzung, wo die Violine tanzt und singt.

All das und mehr findet man auf dem dritten, am 31. März 2023 erscheinenden Album People of Tomorrow des bekannten Violinisten und Bandleaders Baiju Bhatt und seinem Jazz-Fusion-Ensemble Red Sun. In ihm öffnen sich meditative Räume und spannende interkulturelle Pfade, Wachträume, alte Weisheiten und lebendige Ausdrucksformen der Freude.

An diesem Ort bestimmen nur die Hörer*innen selbst, wer oder was sie sind. An ihm bauen Kulturen Brücken, Grenzen werden übersprungen und Musik stammt aus einer in der ganzen Welt bestückten Schatzkiste: vom zeitgenössischen Jazz, Jazz Fusion, Progrock, Gypsy Swing, türkischen, keltischen, afrokubanischen Quellen, der westlichen Klassik, karnatischer und hindustanischer Musik. Und mehr.

Es ist eine Daseinsform. Frei von Fragen, Erwartungen, Kategorisierungen.

Frei.


„Es war befreiend, das Album aufzunehmen“ sagt der größtenteils in Lausanne als Sohn einer Schweizer Lehrerin und eines Sitar-Meisters aus Rajasthan aufgewachsene Violinist Baiju Bhatt. „Ich musste nichts beweisen, vor allem nicht mir selbst. Das hatte ich schon mit meinem vorherigen Album getan“, dem preisgekrönten und von der Kritik gelobten Eastern Sonata. „Ich hatte Spaß am live spielen und unterrichten und alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Red Sun gewann an Prestige. Wir tourten in Europa und der ganzen Welt. Ich konnte zeigen, dass ich das Familienleben mit dem eines professionellen Musikers ausbalancieren konnte, was mir sehr wichtig war“, so Bhatt, der Vater eines Sohnes ist.

Mit der Pandemie kam ein Leben im Schwebezustand, ein angsteinflößender, unbehaglicher, oft transformativer Stillstand. Bhatt wandte sich der Musik seiner Helden zu: den Brecker Brothers, Shakti feat. John McLaughlin, dem indischen Violinisten L. Shankar, den Yellowjackets, Tigran Hamasyan, Jean Luc Ponty sowie seinem Freund und musikalischen Begleiter, dem in Paris aufgewachsenen französisch-vietnamesischen Jazzgitarristen Nguyên Lê.

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Baiju beschäftigte sich außerdem erneut mit dem Werk seines Vaters, des vielgerühmten Sitarspielers und Schülers von Ravi Shankar, Pt. Krishna Mohan Bhatt. Er vertiefte sich in die klassische Musik Südindiens wie z.B. die gesangsorientierte karnatische Tradition und die hindustanische Musik aus dem nordindischen Rajasthan, die mit Sarod, Sitar und Violine eher instrumental geprägt ist. „Ich habe mein ganzes Leben lang klassische indische Musik gehört“, sagt Bhatt, „und ich habe regelmäßig die erweiterte Familie meines Vaters in Indien besucht, die zum Großteil in einem Gebäude in Jaipur lebt. Es gibt dort dieses Gemeinschaftsgefühl, wie das eines Stammes, das mich als Außenseiter interessiert hat.“ Ein Außenseiter mit den Privilegien eines Insiders. Ein Jazzmusiker mit direktem Draht zur indischen Kultur und Musik. Ideal war das nicht immer. „Als Teenager war ich ein Außenseiter in beiden Welten. Ich war Inder in der Schweiz und Schweizer, wenn ich in Indien war. Aber nach und nach fand ich durch diese hybride Situation unterschiedliche, meine Musik formende Perspektiven, und ich verband mich durch die Sprache des Jazz und der Improvisation mit meinem indischen Erbe.“

Bhatt begann, karnatische und hindustanische Elemente in sein Spiel einzubauen. Er hatte schon als Kind Violine gespielt und kam nach einem Studium des Jazzklaviers und der Zusammenarbeit mit Musikern wie Nguyên Lê, Vincent Segal und dem Oud-Ganun-Duo Amine & Hamza dazu zurück. Der kreative Einsatz all dieser Einflüsse in seine Improvisationen verleihen der Musik immense Ausdruckkraft: „Jazzimprovisationen können sehr akkordisch, abstrakt und vertikal sein“, so Bhatt, „aber modale Musik aus Indien ist horizontaler und auf Melodie fokussiert. Du spielst weniger Noten, gestaltest diese aber mehr aus und widmest dich jeder einzelnen gespielten Note. Diese Spielweise ist näher an der menschlichen Stimme. Für mich bringt sie etwas in die Improvisation ein, was nicht immer präsent im Jazz ist“.

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Bhatt stellte sein Quintett Red Sun zusammen: Blaise Hommage (E-Bass), Mark Priore (Klavier), den Neuzugang Paul Berne am Schlagzeug, den Red Sun-Mitbegründer Valentin Conus am Saxophon, der sechs Jahre mit türkischen Musikern in der Türkei gearbeitet hatte und weitere Tonfarben mit einbrachte. Gastmusiker*innen wie Nguyên Lê sowie zum ersten Mal auch Sängerinnen (Veronika Stalder und Raphaëlle Brochet). Ihr Vocalese spiegelt Bhatts Violine und umgekehrt. Es gab eine Big Band, raumgebende Interludien und, ebenfalls zum ersten Mal, ein Solostück für Violine. „Ich habe es vorher nie gewagt, Solovioline zu spielen“, sagt Bhatt über „Namaste“, das Eröffnungsstück des Albums, das gleichzeitig eine Einführung zu „Inner Nomad“ ist, dem ersten Ensemblestück mit seinen effektgeladenen Saxophonen und „schnellfingrigen“ Ostinati auf Violine und Klavier.

Baiju Bhatt & Red Sun
(Photo Credit: Emmanuelle Nemoz)

„Garuda“ ist eine von Bhatts Kinderliebe zu Hindu-Mythologie-Comics inspirierte Ode an den großen Vogel, dem Götter-Vehikel. Das Stück hat eine keltische Anmutung und eine von Conguero und Perkussionist Cyril Regamey angetriebene große Rasanz. In „Belly of the Whale“ findet man Vocalese von Veronika Stadler, „mehr Instrumentalistin als Sängerin“ so Bhatt, mit dem nuancierten New Jazz von Red Sun. Das Artensterben ist Thema des durch Robinson Khourys Jazzposaune große Gravitas verliehenen Track „March of the Endlings“, während „Hypnagogia“, gemeinsam mit Mark Priore komponiert und von Bhatts kontrollierter Einnahme psychedelischer Drogen während der Pandemie inspiriert, den verwirrenden Zustand zwischen Traum und Erwachen beschreibt.

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Zentraler Punkt des Albums ist das zweiteilige Titelstück. Part I beginnt kontemplativ und romantisch mit einem walzerähnlichen, mit popmusikalischer Leichtigkeit fließenden Takt, bevor er in den komplexen und wilden zweiten Teil übergeht. Part II ist komplett entfesselte, von westlichen symphonischen Scores bis zum Schmutz und Surren der Großstadt befeuerte Jazz Fusion, in der Conus seinem akustischen Tenorsax ein elektrisches Timbre verleiht. „Es ist aufrichtig und kompromisslos. Wie alles, was Red Sun tut, ist es die Verkörperung des Verlangens, wir selbst zu sein“ so Bhatt.

Conus gibt ein spontanes Tenorzwischenspiel in „Kublai“, das zu „Ananda“, dem Sanskrit-Wort für „Freude“ weiterleitet, einer Indo-Jazz-Fusion mit den Tablas von Percussionist Prabhu Edouard. Es folgt die „Natarai“ betitelte Ode an den tanzenden Shiva, dem Symbol des Eins-Seins mit dem Göttlichen und „A hero to me“ mit Gitarrensolo von Lê, hyperschnellem Percussion-Solo von Stéphane Edouard, Pradhus Bruder und einem Slap-Bass-Solo der bengalischen E-Bassistin Mohini Dey.

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Bhatts Violinenspiel ist atemberaubend: ob er Doppelgriffe nutzt oder das Instrument singen lässt, ob bei neuen, sich wiederholenden oder sich jagenden Motiven. Mit großem technischem Können wird ein akrobatisches karnatisches Stück schneller und noch schneller, lyrisch, innovativ und einem Gefühl der mir-ist-alles-egal-Befreitheit versehen. Das Album endet mit dem Stück „Postlude“ für Klavier und Violine. Es ist eine aufs Wesentliche reduzierte Version von „Hypnagogia“, bei der Bhatt Pizzikato ohne Geigenbogen spielt, so wie er jedes Set von Red Sun-Konzerten beschließt.

Tourdaten:
30.03.2023 Berlin – B-flat
01.04.2023 CH-Fribourg / UpJazz
02.05.2023 CH-Vevey / RKC

Weitere Informationen:
http://baijubhatt.com/en/page-principale-en/

BAIJU BHATT & RED SUN
Das neue Album: People of Tomorrow
VÖ: 31.03.2023
Label: NEUKLANG
Vertrieb: In-Akustik
Katalognummern: NCD4269
Formate: CD
EAN: 4012116426939
Labelcode: LC13834

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