Gecko Turner Album mit Highlights seiner Karriere im Oktober 2018 bei Lovemonk

Als Beatnik von heute und „Alt“-Troubadour – so könnte man den spanischen Musiker Gecko Turner mit seiner Mischung aus Afro-Latin, Funk, Soul und sonnendurchtränkten musikalischen Kleinoden bezeichnen. Das Album Soniquete: The Sensational Sound of Gecko Turner, das am 19.10.2018 bei Lovemonk / Groove Attack erscheint, versammelt nun dreizehn Songs des Künstlers aus seinen bisherigen Alben sowie ein brandneues Stück. Auf dem Album finden sich bekannte Gäste wie die britische Sängerin Eska, der brasilianische Percussionist Rubem Dantas und der kubanische Pianist Javier Masso ‚Caramelo‘.

Der Hörer wird auf eine Reise in eine globale Mélange aus westafrikanischer Disco und karibischen Descargas geschickt. Sounds und Texturen wie Mini-Moog, Clavinet und Mbira kommen neben Cajon und anderen lateinamerikanischen und brasilianischen Percussioninstrumenten zum Einsatz, aber es ist Geckos Umgang mit der Sprache, seine Art, Worte und Sätze so zu drehen und zu wenden, bis sie mit der Melodie verschmelzen, was seine Musik vor allem ausmacht.

Seine Songs auf Englisch, Spanisch und einer nur für Gecko selbst verständlichen Sprache, in der sich Slang und ausgedachte Worte lyrisch verbinden, sind immer mit einem Augenzwinkern versehen. Diese ureigene Art zu schreiben, zu komponieren, aufzunehmen und zu produzieren nennt er selbst „Soniquete“, ein Wort, das oft im Flamenco für den Rhythmus und Sound steht. Ein Beispiel dafür ist die Debütsingle und das wohl bekannteste Stück von Gecko „Un Limón En La Cabeza“ aus dem Jahr 2003. Jeder Vers schlägt dem Hörer vor „put a little lemon on your head“, womit Gecko das kritische Denken (oder wie er es nennt „mental acidity“) fördern möchte. Die Bläser weben sich um den Text und sorgen dafür, dass der Hörer dieses clevere Zusammenspiel der Elemente immer für sich wiederholt, selbst nachdem das Stück schon längst zu Ende ist.

Gecko wurde 1966 in der Extremadura als Sohn eines Radiosportjournalisten geboren und war schon früh in der Musikbibliothek des Senders unterwegs, in dem sein Vater arbeitete. Er brachte sich das Gitarrenspiel bei und coverte Songs seiner Lieblingskünstler wie David Bowie, The Kinks, Talking Heads und James Brown.

1984 waren dann die afro-kubanischen Sounds von Dizzy Gillespie das angesagte Ding und ein nicht mehr ganz so jugendlicher Gecko trampte auf staubigen iberischen Autobahnen zum Vitoria Jazz Festival, wo Dizzy neben Freddie Hubbard auftrat. Mehr als 1000km reiste Gecko, immer mit Taschenbüchern von Kerouac, Burroughs und Miller in seinem Rucksack. Diese Zeit, in der er den Jazz für sich entdeckte, beschrieb er später als wichtigste Phase.

1986 zog er in ein besetztes Haus in Camden / London, machte Straßenmusik und lebte mit seiner Musik von der Hand in den Mund. Bald darauf kehrte er nach Spanien zurück, arbeitete in einem Datenzentrum einer Bank (um die Öffentlichkeit zu meiden und seine Haare nicht schneiden zu müssen). Die Jahre vergingen, bis er schließlich seinen Job kündigte und in einem Aufnahmestudio anheuerte. Er gründete die Band Perroflauta (so etwas wie ein „Crusties“) und arbeitete eng mit brasilianischen Musikern an einer Mischung aus afrikanischen Rhythmen, Jazz, Soul, Reggae und Samba zusammen.

2003 veröffentlichte er sein Debütalbum für das Label Lovemonk aus Madrid. Für das Label war das Album die erste Veröffentlichung überhaupt und Geckos Musik verkörperte perfekt den der Labelphilosophie zugrunde liegenden eklektischen Sound.

Das neue Stück auf Soniquete heißt „Cortando Bajito“ und Akin Elegbede Onasanya vom nigerianischen Afrobeat-Ensemble OGUN übernimmt in ihm die Percussion. Es klingt, als ob Stevie Wonder eine Innervisions B-Seite in Westafrika einspielt und DFA ins Songgewebe eingenäht wird. Weitere Highlights des Albums sind Eskas Intervention auf dem groovenden Downtempo-Stück „Monosabio Blues“, bei dem Gecko in ihrem Schatten reimt und rappt, „Afrobeatnik?“ und „45.000$ (Guapa Pasea)“. Bei beiden ist Rubem Dantas, der durch seine Zusammenarbeit mit Paco de Lucía bekannt wurde, an der Percussion zu hören und das Stück „Toda Mojaita“ mit der Rhodes und dem Klavier von Javier Massó „Caramelo“.

Soniquete ist wie ein Schnappschuss eines Künstlers, der mit hemmungsloser Hingabe lebt, arbeitet und spielt, der sich nicht um Musikindustrienormen kümmert und seinen Außenposten in der Extremadura der großen Stadt vorzieht. Mit einer Lebensphilosophie, die Gecko auf seinen Reisen „on the road“ gelernt hat, absorbiert er Jazz, globale Musik und Literatur und mit Hilfe einer Gitarre oder eines Klaviers, strahlendem Sonnenschein, einem „wee dram“ und einer Rauchwolke um ihn herum, ist Gecko ein Experte darin, Inspiration in Ausdruck, cleveres Wortspiel und süchtig machende Songs zu verwandeln.

Discographie:
Guapapasea! (2003) / Chandalismo Ilustrado (2006) / Manipulado (2008) / Gone Down South (2010) / That Place By The Thing With The Cool Name (2015)

Weitere Informationen:
http://geckoturner.com/ (http://geckoturner NULL.com/)
https://www.facebook.com/GeckoTurner/ (https://www NULL.facebook NULL.com/GeckoTurner/)

GECKO TURNER
Das neue Album: Soniquete: The Sensational Sound of Gecko Turner
VÖ: 12.10.2018
Label: Lovemonk
Vertrieb: Groove Attack
Formate: CD, digital + 12″ der Single “Cortando Bajito”
Katalognummer: LMNK62
EAN CD: 8437015436906
Labelcode: 29505
File Under: Afro. Latin. Contemporary Funk

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