Jimi Tenor mit neuem Album bei Philophon im Juni 2018

„I need a bit of isolation to get ideas for my music” sagt Jimi Tenor über sein Leben zuhause in Kontula, einer Vorstadt von Helsinki, „I need to be in my home studio and have time to fool around with my equipment. When I get inspiration I tend to be very productive. I like to do quick demos – I’m an ideas guy.”

Dieser extrem produktive Künstler mag zwar seine Zeit damit verbringen, durch die nahegelegenen Wälder zu streifen, dort Pilze zu sammeln oder sich in kreativer Stimmung in sein Heimstudio zurückzuziehen, aber das neue Album Order of Nothingness (VÖ: 08.06.2018) klingt so gar nicht nach Einsamkeit. Ganz im Gegensatz dazu platzt es geradezu vor Lebenslust, Energie und Lebendigkeit. Tenor bewegt sich auf Order of Nothingness in einem referentiellen Rahmen zwischen den Hymnen des Hobo-Hippies Eden Ahbez und den Jazz-Visionen eines Yusef Lateef, getragen durch die Energie ghanaischer Highlife-Rhythmen, die allerdings von einer gehörigen Prise „krautigem“ Cosmic Jazz überzogen werden – das Ergebnis nennt sich kurz Kraut-Life: die Fröhlichkeit des Highlife trifft hier auf die romantische Melancholie des Finnen – Kraut ist im Übrigen auch fester Bestandteil der finnischen, nicht nur der deutschen Küche. „I definitely didn’t have any theme in mind“, sagt Tenor über den lebhaften und abwechslungsreichen Ton auf dem Album, „I just wanted to do an album that has some groovy beats.“ Und diese verbinden sich wie eigentlich alle Songs, die Jimi Tenor schreibt, mit Texten über Liebe und Hedonismus, verpackt in vielen Metaphern.

Diese vibrierenden Beats entstanden in Zusammenarbeit mit den Rhythmus-Genies Ekow Alabi Savage und Max Weissenfeldt. Letzterer hat das Album auch produziert und Tenor sagt über ihn: „I think he made me try harder than usual. Also he chose songs that I perhaps wouldn’t have dared to record, as a result I think the album has a unique sound.”

Aufgenommen wurde Order of Nothingness in dem labeleigenen Tonstudio Blütenring in Berlin, das mit einer Unmenge an exotischen Percussion-Instrumenten beladen ist, die bei den Albumaufnahmen auch zum Einsatz kamen. Tenor spielte vor allem Keyboards und Blasinstrumente. So kommen ein akustisches Klavier, ein Wurlitzer, diverse Orgeln – als Bass eine 1970er WLM-Orgel aus Finnland – zum Einsatz. Nahezu alle Synth-Soli wurden mit einer 1960er Hammond Extravoice eingespielt, einem röhrenbasierten Protosynthesizer, über den Tenor sagt, er hätte einen „wild sound“.

Tenor beschreibt die ihm eigene Art von Musik auch als „Mind Travel Music“, eine Praxis, die weiter weg liegende Planeten durch die Mittel der Phantasie und des Klangs erreichen will, dabei aber nicht die üblichen musikalischen Sci-Fi-Clichés anwendet, schon alleine aus praktischen Gründen, wie Jimi Tenor ausführt: „What’s the point to send our fragile bodies there? There’s no oxygen and there’s dangerous radiation. Might as well send machines there.”

Im Zentrum von Jimi Tenors Erforschung von Rhythmen und Melodien steht eine gewisse Lockerheit. Er arbeitet schnell und hat dabei keine Angst vor Misserfolgen – vor allem, wenn sie zu etwas gut sind: „There might be days in a row when I do recordings and end up throwing them all away. Total crap. I have no regrets in throwing bad demos away. Making bad demos has a purpose, you end up knowing what doesn’t work – it’s good discipline.”

Bei Konzerten überträgt Jimi Tenor seinen Ansatz der Mind Travel Music ins Publikum, vor allem, wenn er improvisiert: „ I love to try stuff on stage that has never been tried. In my regular day-to-day life I’m not a wild person, but onstage I come alive. I almost always perform with my eyes shut, if I look at the crowd…I lose the plot.” Eine Tournee für das neue Album ist in Planung.

Hintergrund:
Jimi Tenor und Max Weissenfeldt trafen sich vor zwei Jahren bei einem Konzert der Tenors Of Kalma in Berlin. Letzterer wollte Jimi Tenor dazu bewegen, eine Single für sein Label Philophon aufzunehmen. Dabei sollte Tenor keine Band mit ins Studio bringen, sondern nur sich selbst und einen Schlagzeuger – weitere Musiker würden angeheuert falls benötigt.

So gingen Tenor und Schlagzeuger Ekow Alabi Savage ins Studio und Max Weissenfeldt spielte bei einigen Stücken Schlagzeug oder Percussion. Daraus entstand die Idee für ein ganzes Album. Zur Einstimmung darauf hörte Tenor vor allem Musik aus den 1960er Jahren – spirituellen Jazz und Easy Listening Exotica-Musik. Jimi schrieb einige Demo-Songs und Max wählte daraus die Stücke für das Album aus. Ein übergreifendes Thema gab es nicht, nur die Idee, ein Album mit einigen groovy Beats einzuspielen und dem Ganzen einen künstlerischen Touch zu verleihen – dazu Jimi: „I mean that’s kind of my thing anyway“.

Das Album wurde mit Ausnahme von zwei Tracks, die schon 2016 entstanden waren, 2017 in Berlin eingespielt.

Weitere Informationen:
https://www.jimitenor.com/ (https://www NULL.jimitenor NULL.com/)
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JIMI TENOR
Das neue Album: Order of Nothingness
VÖ: 08.06.2018
Label: Philophon
Vertrieb: Groove Attack
Katalognummern: PH33003LP, PH33003CD, PH33003DD
Formate: CD / LP / digital
UPC: 5050580685741 (LP)
5050580685758 (CD)
5050580685765 (digital)
Labelcode: 33620
File Under: Kraut-Life (Highlife meets Kraut)

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