Juana Molina mit neuem Album Anfang Mai 2017

Juana Molina ist eine gute Hexe. Das Cover des am 05.05.2017 bei Crammed Discs escheinenden neuen Albums Halo deutet zumindest darauf hin: ein Knochen schaut uns von dort aus intensiv an. Er ist ein Zeichen des Vergänglichen, des letzten Überbleibsels, nachdem die Aasgeier, Hyänen, Nagetiere und Würmer schon längst da gewesen sind.

Aber der Knochen kann auch zum Hebel, zur Waffe und zur Oberfläche für Inschriften werden und er steht auch für Stanley Kubrick, den wir erfunden haben, um vom Affen zum Übermenschen und von der Höhle zum Mond, dem Jupiter und noch weiter zu springen. In der Legende sind begrabene Knochen die Ursache für das sogenannte „luz mala“ (das böse Licht – auch bekannt als Irrlichter), der Halo, der über dem Boden schwebt und Reisenden bei Nacht Angst einjagt.

Juana Molinas Gebein ist jedenfalls weder finster noch furchteinflößend. Es will uns mit seinesgleichen zusammenführen und ist dabei spielerisch und ernst, ironisch, imaginativ und ziemlich magisch, genau wie Juanas Musik.

Halo ist ihr siebtes Album und es folgt dem experimentellen, unverwechselbaren Pfad, den sie vor Jahren zum ersten Mal beschritten hat. Sie ist auf einer „von ihr selbst bestimmten evolutionären Reise“ (Pitchfork) und ihre „gespenstische, hypnotische“ Musik erklimmt dabei „immer eindrucksvollere Höhen“ (Spin).

Die zwölf Stücke auf Halo stecken voller hypnotischer Rhythmen, die ihre Energie aus zeitlosen Ritualen zu schöpfen scheinen; Klangfarben werden erforscht und ihre Klanglandschaften verändern sich beständig. Die geheimnisvollen Texte beschäftigen sich oft mit Hexerei, der Vorahnung oder Träumen und werden von Juana als Metaphern für Gefühlszustände genutzt. Stimmen bewegen sich manchmal weg von Wort und Bedeutung, um zu abstrakten Phonemen und Lautmalerei reduziert zu werden.

Juanas Musikansatz ist sehr körperbetont und intuitiv. Jedes Instrument und jede elektronische Ressource ist eine Erweiterung ihres Körpers und drückt ihre Gefühle und Stimmungen aus. Es ist magisch im ältesten Sinne des Wortes: Kunst oder „Techne“ artikuliert Wissen durch Tun, um etwas zu schaffen, das vorher nicht existiert hat.

Halo wurde in Juana Molinas Heimstudio im Umland von Buenos Aires und im Sonic Ranch Studio in Texas aufgenommen. Mit von der Partie waren Odin Schwartz und Diego Lopez de Arcaute (die beide seit einigen Jahren in der Liveband von Juana spielen) und Eduardo Bergallo (der beim Mix von Juanas letztem Album dabei war). Bei mehreren Stücken ist als Gast John Dieterich von Deerhoof zu hören.

Seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums Wed 21 Ende 2013 war Juana Molina auf längeren Tourneen durch Europa, die USA, Lateinamerika und Südostasien zu sehen. Eine Tournee für den Herbst 2017 ist in Planung, ein erster Termin ist für Juni bestätigt:

22.06.2017 Berlin / Frannz Club

[inspiriert von Gabriel Gallis Essay über Juana Molinas Musik]

Weitere Informationen:
http://www.juanamolina.com/ (http://www NULL.juanamolina NULL.com/)
https://www.facebook.com/juanamolinamusic/ (https://www NULL.facebook NULL.com/juanamolinamusic/)

JUANA MOLINA
Das neue Album: Halo
VÖ: 05.05.2017
Label: Crammed Discs
Vertriebe: Indigo (CD) / PIAS (digital)
Bestellnummer: cram275
Formats: CD+2LP+digital
EAN: CD 876623007708, 2LP 876623007715,
Digital 5410377904026
Labelcode: 08689

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