Martti Vesala Soundpost Quintet mit viertem Album im Oktober bei Mustik Motel Music

Mit seinem vierten Album Pendulum, das am 15.10.2026 erscheint, wechselt das Martti Vesala Soundpost Quintet zum finnischen Label Mustik Motel Music. Für das Album hat der namensgebende Trompeter und Komponist Martti Vesala neun neue Kompositionen ausgewählt, die er mit seinen Quintett-Kollegen Petri „Pope“ Puolitaival (Saxophone, Flöten), Joonas Haavisto (Klavier, Rhodes), Juho Kivivuori (Kontrabass, E-Bass) und Ville Pynssi (Schlagzeug, Percussion) eingespielt hat.

Das Pendel:
Im Zentrum des neuen Werks steht die Idee der Menschheitsgeschichte als Pendel: es schwingt so lange hin und her, bis ein Kipppunkt erreicht ist, und der Impuls es in die jeweils andere Richtung bewegt. Gleich zu Beginn reflektiert das Titelstück diese ständige Bewegung in Geschichte, Kultur und Politik. In einer Ära großer globaler Herausforderungen strahlt Martti Vesalas Musik dabei immer die Hoffnung aus, dass sich das Pendel bald wieder in Richtung ruhigerer Zeiten in Bewegung setzen wird.

Auch die Musik weist mit ihrem zeitgenössisch-modernen Sound in Richtung Zukunft wie Martti Vesala ausführt: „Meine Inspirationen für das Album stammen dieses Mal mehr aus dem aktuellen Jazz, z.B. von Linda Oh oder Dave Douglas, als aus dem für mich bislang maßgeblichen akustischen Jazz des 1960er Miles Davis Quintet. Jack Kerouacs Prosa lauert außerdem im Hintergrund und meldet sich mit literarischen Blitzen ab und an zu Wort“.

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Im Gegensatz zu früheren Alben, bei denen meist eine Melodie am Ausgangspunkt zu einer für die Stimmung des Stücks passenden Harmonie diente, standen für Pendulum rhythmische Riffs am Anfang, zu denen dann die Melodie und Harmonien kamen.

Auch die Instrumentierung hat sich verändert. Zum Einsatz kommen neben Puolitaivals Altflöte und Haavistos verstärktem Rhodes-Einsatz verfremdete Trompetenklänge, mit denen Vesala bis dahin kaum gearbeitet hatte, sowie ein modularer Synthesizer, der neue Klangtexturen einbringt.

Die Stücke des Albums:
Für das Titelstück experimentierte Martti Vesala mit einem Klavier-Riff, in dem er ein breites lineares Intervall zwischen zwei Noten nutzte. Der Wechsel im Pitch erinnert an ein schwingendes Pendel. Diesen Effekt wollte er so lange wie möglich beibehalten und meint dazu: „Ich hatte noch nie auf diese Weise für mein Ensemble komponiert, es klang sehr frisch und neu für mich.“

Die Stücke „Fireflies“ und „Road Rage“ wurden von derselben Inspiration gespeist: während der Rush Hour am Nachmittag auf der Straße unterwegs zu sein. „Fireflies” schaut dabei aus der Vogelperspektive auf die Straße mit all ihren Fahrzeug- und Ampellichtern, während „Road Rage“ auf dem Fahrersitz Platz nimmt, und Gefühle von Gehetztsein und Frustration in einem sich nur langsam vorwärts bewegenden Verkehr ausdrückt.

„Sands of Time“ greift Vesalas Faszination mit der Idee von Sanduhren auf, die die eigentlich nur durch Veränderung darstellbare Zeit sichtbar machen können. Das Stück „Obsidian“ ist ein langsames Klagelied mit starker Bluesanmutung, inspiriert von Charles Mingus‘ Balladenstil und klassischen Elementen. Eine Hommage an Wayne Shorter namens „This Is for Wayne” war eine der seltenen Kompositionen von Vesala, die in fast fertigem Zustand aus ihm nur so herausflossen, und stellt in der Form eines Klagelieds einen ganz bewussten Kontrast zu den eher Riff-orientierten Stücken dar.

„High Hopes“ beschließt das Album und greift das Konzept des Pendels nochmals auf. Dabei geben die schnellen Rhythmuswechsel dem Stück ein Gefühl der Dringlichkeit. Der Mittelteil mit seinem energischen Klaviersolo ist dunkler, bevor das Stück heller und optimistischer endet, wie Martti Vesala ausführt: „Für mich enthält er die Hoffnung, dass wir einen Weg zu besseren Zeiten finden, dass der Wandel unmittelbar bevorsteht“.

Die Aufnahmen:
Über drei Tage im Februar 2025 entstanden die Aufnahmen im E-Studio im finnischen Sipoo unter der Ägide von Tuukka Tervo, der auch für den Mix verantwortlich war; produziert hat Martti Vesala selbst, Svante Forsbäck von Chartmakers West kümmerte sich um das Mastering.

Line-Up:
Martti Vesala (Trompete, Flügelhorn, Modular Synth)
Petri Puolitaival (Saxophone, Flöten)
Joonas Haavisto (Klavier, Rhodes)
Juho Kivivuori (Kontrabass, E-Bass)
Ville Pynssi (Schlagzeug, Percussion)

Weitere Informationen:
https://marttivesala.com/?lang=en

Hintergrund:
Komponist und Trompeter Martti Vesala hat sein Studium an der renommierten Sibelius Akademie in Helsinki mit einem Master abgeschlossen. Seit 2011 führt er sein Martti Vesala Soundpost Quintet an und hat drei Alben beim deutschen Label Ozella Music veröffentlicht. Mit ihnen ist er ausgiebig in Finnland und Deutschland auf Tournee gewesen. Seine Kompositionen sind von renommierten Künstler*innen und Orchestern wie dem UMO Helsinki Jazz Orchestra, Klüver’s Big Band im dänischen Aarhus oder der Royal Academy of Music Bigband in Stockholm aufgeführt worden. Mit dem Vespera Quartet hat er ein zweites Standbein als Leader, außerdem ist er Sideman bei Njet Njet 9.
Sein Spiel ist inspiriert von Miles Davis, Freddie Hubbard und Woody Shaw sowie Dave Douglas und Kenny Wheeler und seine Kompositionen von Wayne Shorter und dem 1960er Miles Davis Quintet.

Saxophonist und Flötist Petri „Pope” Puolitaival hat ebenfalls sein Studium an der Sibelius Akademie abgeschlossen. Er ist für seinen kraftvollen Klang und seinen expressiven, an Traditionen orientierten Ansatz bekannt und neben dem Martti Vesala Soundpost Quintet auch in Formationen wie Dalindèo, dem Dallapé Orchestra und der Ricky-Tick Big Band unterwegs. Auch mit internationalen Künstlern und Künstlerinnen hat er gearbeitet, darunter Peter Erskine, Wayne Krantz, Mark Levine und Jimmy Smith. Die Inspiration für sein Spiel stammt von Künstlern wie John Coltrane, Pharaoh Sanders und Charlie Parker.

Joonas Haavisto ist der erste finnische Jazzpianist, der im Jahr 2017 zum „Steinway Artist“ gekürt wurde und 2024 für die Steinway Spiriocast Serie 2024 in Hamburg ausgewählt wurde. Er hat mit Jazzmusikgrößen wie Jerry Bergonzi, Jonathan Blake, Ralph Alessi, Tivon Pennicott und Jonathan Kreisberg gespielt und mit seinem eigenen Trio fünf Alben veröffentlicht, die ihn bis ins Blue Note in Tokio und die USA geführt haben. Er schreibt für Kammerorchester und Bigbands, hat den Score für Juho Kuosmanens in Cannes ausgezeichneten Film The Happiest Day in the Life of Olli Mäki komponiert und als Solist in Orchestern mitgewirkt. Sein Soloalbum Inner Inversion ist 2024 auf dem japanischen Label Blue Gleam erschienen.

Bassist Juho Kivivuori ist seit 2005 in der finnischen Jazzszene sowohl als Kontrabassist als auch mit dem E-Bass unterwegs. Neben der Zusammenarbeit mit Martti Vesala hat er u.a. mit dem UMO Helsinki Jazz Orchestra und der Folkband Frigg, dem experimentellen Electro-Trio Zander und vielen finnischen Jazzgrößen zusammengearbeitet. In mehr als zwanzig Ländern weltweit ist er aufgetreten.

Schlagzeuger Ville Pynssi ist ebenfalls Absolvent der Sibelius Academy, sammelte aber auch internationale Studienerfahrung in einem Jahr am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Er ist einer der vielbeschäftigsten Schlagzeuger Finnlands und ist u.a. schon mit Avishai Cohen, Seamus Blake, Phil Markowitz, Rick Margitza, Severi Pyysalo, Jukka Perko, Jarmo Savolainen und dem UMO Jazz Orchestra aufgetreten.

Martti Vesala Soundpost Quintet
Das neue Album: Pendulum
VÖ: 15.10.2026
Label: Mustik Motel Music
Vertrieb: HHV (CD, LP), Distrokid (digital)
Katalognummer: MMM011
UPC: 882557084371
Formate: CD, LP, digital

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