{"id":8073,"date":"2025-03-13T16:07:54","date_gmt":"2025-03-13T15:07:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=8073"},"modified":"2025-03-19T09:22:37","modified_gmt":"2025-03-19T08:22:37","slug":"oversaez-mit-debuetalbum-im-juni-2025-bei-boomslang-records","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=8073","title":{"rendered":"OVERS\u00c1EZ mit Deb\u00fctalbum im Juni 2025 bei Boomslang Records"},"content":{"rendered":"<p>Vor gut einem Jahr machte der <a href=\"https:\/\/spaces.hightail.com\/space\/MXPV9qe9tM\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Cover-OVERSAEZ-Abstract-emotions-1000x1000-1-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-8074\" srcset=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Cover-OVERSAEZ-Abstract-emotions-1000x1000-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Cover-OVERSAEZ-Abstract-emotions-1000x1000-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Cover-OVERSAEZ-Abstract-emotions-1000x1000-1-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Cover-OVERSAEZ-Abstract-emotions-1000x1000-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Pianist Sandro S\u00e1ez zum ersten Mal mit einer Trio-CD auf sich aufmerksam. <em>No Perspective<\/em> erschien ohne viel Get\u00f6se auf einem kleinen Label und erhielt trotzdem einige bemerkenswerte Reaktionen. So lobte der gro\u00dfe Kollege Richie Beirach den \u201eeigenen Spiel- und Improvisationsstil\u201c von Sandro S\u00e1ez und befand, es \u201eklingt, als k\u00f6nne er alles spielen.\u201c Die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> begeisterte sich f\u00fcr groovende Miniaturen, die S\u00e1ez \u201ein cooler Free-Jazz Abstraktion wieder zerbr\u00f6seln\u201c lasse. Das niederl\u00e4ndische Magazin <em>Jazz In Europe<\/em> erkl\u00e4rte S\u00e1ez \u201ezu einer unverwechselbaren Stimme in der europ\u00e4ischen Jazzszene.\u201c <\/p>\n<p>Inzwischen hat sich einiges getan. Nach mehreren Wechseln fand S\u00e1ez im Lauf des vergangenen Jahres mit Jonas Westergaard endg\u00fcltig den aus seiner Sicht richtigen Bassisten. Entsprechend versteht er sein Trio nun als eine echte Band, die den Namen OVERS\u00c1EZ tr\u00e4gt. Die weiteren, durchweg musikalischen Entwicklungen der letzten Zeit sind mindestens ebenso markant, sie verleihen dem ersten Werk in der neuen Besetzung <em>Abstract emotions<\/em>, das am 13.06.2025 bei Boomslang Records erscheint, ein beeindruckendes und herausragendes Format.  <\/p>\n<p>\u201eUnser Zusammenspiel, die Kommunikation untereinander und wie wir Ideen ausformulieren, gelingt nun viel konsequenter\u201c, freut sich der 27 Jahre alte Pianist und Komponist. Mit dem Schlagzeuger Nathan Ott arbeitet S\u00e1ez schon seit f\u00fcnf Jahren, entsprechend intuitiv verstehen sich beide selbst in komplexen und freien Momenten, die die Musik reichlich bietet. Der um einige Jahre \u00e4ltere Westergaard kann seine weitreichende Erfahrung (u.a. bei Dell, Lillinger, Wollny, Daniel Erdmann) in die wandlungsf\u00e4hige und stilwillige Formation einbringen. Zudem haben auch er und Ott schon eine gemeinsame Basis \u00fcber Nathan Otts Alben, zuletzt <em>Continuum<\/em> im M\u00e4rz 2025. Beide sind als starke Spieler, gute Zuh\u00f6rer und sensible bis kraftvolle Begleiter bekannt \u2013 Tugenden, die nun auch an S\u00e1ez Seite hervorragend zum Tragen kommen.  <\/p>\n<p>Sandro S\u00e1ez ist, wom\u00f6glich noch st\u00e4rker als andere aktuelle Jazzpianisten, von europ\u00e4ischer Klassik und Moderne inspiriert. Diese \u2013 und noch einige andere \u2013 Einfl\u00fcsse, darunter Minimalismus, verleihen seinen unkonventionellen St\u00fccken einen innovativen Charakter. \u201eVor einigen Jahren hatte ich eine Phase, in der ich glaubte, den Jazz hinter mir lassen zu m\u00fcssen\u201c, erz\u00e4hlt S\u00e1ez. \u201eAls ich von Hamburg nach Berlin kam, sp\u00fcrte ich vor allem den Drang, etwas komplett auszukomponieren. Doch dann habe ich in New York erlebt, wie selbstverst\u00e4ndlich dortige Jazzmusiker aus g\u00e4ngigen Kontexten ausbrechen, sich nicht auf eine Stilistik festlegen lassen. Das hat meine Perspektive ge\u00e4ndert und mir nochmal neue T\u00fcren aufgemacht.\u201c <\/p>\n<p>In einer musikalischen Familie in Hamburg aufgewachsen, begann Sandro S\u00e1ez als Vierj\u00e4hriger, in die Tasten zu greifen. Als er Chopin entdeckte, kam der Spa\u00df ins Spiel, mit 14 Jahren dr\u00fcckte ihm sein Vater ein Album von Oscar Peterson in die Hand. Der Altmeister beeindruckte den Nachwuchspianisten nachhaltig, \u201ePeterson wurde f\u00fcr Jahre mein Held.\u201c Bis heute \u00fcbt S\u00e1ez Klassiker von Bach \u00fcber Mozart bis Prokofjew und Sch\u00f6nberg, zwischenzeitlich besch\u00e4ftigte er sich mit der Kirchenorgel, dem franz\u00f6sischen Klangfarben-Genie Messiaen und dessen Lehrern. \u201eDas alles hat meine Improvisationen inspiriert, aber auch meine Art zu komponieren.\u201c Einen Bezug zu Messiaens Vogelges\u00e4ngen findet sich nun in Rhythmik und Harmonien von \u201eSoothsayajin\u201c, w\u00e4hrend das Aufmacherst\u00fcck des Albums \u201eYou don\u2019t know until you know\u201c auf einer Zw\u00f6lftonleiter basiert. <\/p>\n<div id=\"attachment_8082\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pressephoto-8-quer-OVERSAEZ-Photo-Credit-Laura-Braun-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8082\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pressephoto-8-quer-OVERSAEZ-Photo-Credit-Laura-Braun-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"427\" class=\"size-large wp-image-8082\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8082\" class=\"wp-caption-text\">OVERS\u00c1EZ<br \/>vlnr: Nathan Ott, Jonas Westergaard, Sandro S\u00e1ez<br \/>(Photo Credit Laura Braun)<\/p><\/div>\n<p>Die Kompositionen auf <em>Abstract emotions<\/em> m\u00f6gen sehr durchdacht, zuweilen ausgefuchst wirken, ihre Hintergr\u00fcnde sind trotzdem vielfach pers\u00f6nlich und emotional. Das eigenwillig strukturierte \u201eYou don\u2019t Know&#8230;\u201c reflektiert die Erfahrung, dass eine echte Erkenntnis mitunter erst viel sp\u00e4ter kommen kann und dann auch noch anders ausf\u00e4llt als zun\u00e4chst gedacht. &#8222;Abstract emotions&#8220;, von flie\u00dfenden und kreiselnden Motiven gepr\u00e4gt, zielt in eine \u00e4hnliche Richtung: hat man bestimmte Gef\u00fchle tats\u00e4chlich im entscheidenden Moment richtig gedeutet? Einige der j\u00fcngeren St\u00fccke sind, mehr oder weniger intensiv, vom Tod seines Vaters mitgepr\u00e4gt, verr\u00e4t S\u00e1ez. Etwa das relativ ruhige, stellenweise fast impressionistisch angehauchte \u201eFor heavens sake\u201c: \u201edie Idee der Reinkarnation finde ich sehr inspirierend.\u201c Streckenweise filmisch-suggestiv erscheint \u201eSoothsayajin\u201c, der Titel greift mit listigem Humor Wayne Shorters \u201eThe Soothsayer\u201c auf und kombiniert ihn mit einer Anime-Figur. <\/p>\n<p>Eine anfangs noch etwas dunklere Atmosph\u00e4re kreiert \u201eDistorted dreams\u201c, sp\u00e4ter steigt die Spannung, Dynamik und Tempo nehmen zu. In \u201ePaternoster\u201c vereint S\u00e1ez geradezu exemplarisch und mit gro\u00dfer Vorstellungskraft scheinbar sehr unterschiedliche Einfl\u00fcsse, darunter Ideen eines weiteren Jazz-Impulsgebers, n\u00e4mlich Anthony Braxton. Das St\u00fcck vollzieht eine lange, sich stetig zuspitzende Entwicklung, bis hin zu einer kraftvoll-virtuosen, vielleicht sogar kathartischen Eruption. <\/p>\n<p>Im Lauf einer kleinen Tournee erschloss sich das Trio letztes Jahr die neuen St\u00fccke, im Januar 2025 fanden die Aufnahmen im MPS-Studio statt. Also ausgerechnet dort, wo S\u00e1ez\u2019 einstiger Held Oscar Peterson einige seiner Alben einspielte. In einer ruhigen Minute interpretierte S\u00e1ez \u201eA Child Is Born\u201c, \u201ein der gleichen Tonart wie Peterson. Das war ein ziemlich krasser Moment, ich f\u00fchlte mich, als s\u00e4\u00dfe ich in der Aufnahme von damals.\u201c S\u00e1ez w\u00e4re zweifellos nicht der erste j\u00fcngere Pianist, den das Studio mit seiner gro\u00dfen Geschichte befl\u00fcgeln konnte. \u201eWir haben jeweils zwei bis drei Takes von jedem Titel aufgenommen und dabei immer ohne Trennw\u00e4nde zusammengestanden\u201c, beschreibt er die fast Live-\u00e4hnliche Situation, die wohl auch einen Anteil an der Intensit\u00e4t des Albums hat. <\/p>\n<p>Mit <em>Abstract emotions<\/em> pr\u00e4sentiert Sandro S\u00e1ez ein beeindruckendes Deb\u00fct seines Trios OVERS\u00c1EZ. Die raffinierten, stilistisch offenen Kompositionen zeigen Gestaltungswillen und flirrende Konturen, S\u00e1ez Spiel fesselt mit Virtuosit\u00e4t und in die Zukunft weisenden Ideen. So profiliert sich OVERS\u00c1EZ als starke Stimme des aktuellen Avantgarde-Jazz. <\/p>\n<p><strong>Besetzung:<\/strong><br \/>\nSandro S\u00e1ez: Klavier, Kompositionen<br \/>\nJonas Westergaard: Bass<br \/>\nNathan Ott: Schlagzeug<\/p>\n<p><strong>Tourdaten:<\/strong><br \/>\n<em>Pre-Release Dates:<\/em><br \/>\n10.05.2025 K\u00f6ln \/ Jaki<br \/>\n14.05.2025 Berlin \/ A-Trane<\/p>\n<p><em>Official Release-Dates:<\/em><br \/>\n12.09.2025 Berlin \/ Donau115<br \/>\n21.09.2025 L\u00fcbeck \/ Waldzimmer<br \/>\n20.03.2026 Frankfurt \/ Romanfabrik<br \/>\n27.03.2026 Calw \/ Jazz am Schie\u00dfberg<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen: <\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sandrosaez.com\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.sandrosaez.com\/<\/a> <\/p>\n<p><strong>OVERS\u00c1EZ<\/strong><br \/>\nDas Deb\u00fctalbum: <em>Abstract emotions<\/em><br \/>\nV\u00d6: 13.06.2025<br \/>\nLabel: Boomslang Records<br \/>\nVertrieb: Galileo<br \/>\nKatalognummer: Boom 1887<br \/>\nFormate: Vinyl, digital<br \/>\nUPC LP:  9120011931887<br \/>\nLabelcode: 09496<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor gut einem Jahr machte der Pianist Sandro S\u00e1ez zum ersten Mal mit einer Trio-CD auf sich aufmerksam. 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