{"id":4715,"date":"2018-10-02T15:02:35","date_gmt":"2018-10-02T13:02:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=4715"},"modified":"2018-11-28T18:17:12","modified_gmt":"2018-11-28T17:17:12","slug":"bitteschoen-philophon-vol-i-mit-den-7es-des-berliner-labels-im-dezember-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=4715","title":{"rendered":"Bittesch\u00f6n, Philophon! Vol. I mit den 7&#8243;es des Berliner Labels im Dezember 2018"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwann 2013 dachte sich <a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Various-Artists-Bittesch\u00f6n-Philophon-Vol.-I-Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Various-Artists-Bittesch\u00f6n-Philophon-Vol.-I-Cover-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-4716\" srcset=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Various-Artists-Bittesch\u00f6n-Philophon-Vol.-I-Cover-295x300.jpg 295w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Various-Artists-Bittesch\u00f6n-Philophon-Vol.-I-Cover.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/a>Schlagzeuger Max Weissenfeldt: \u201eDa ich mir nun mein Hobby zum Beruf gemacht habe, brauche ich jetzt eigentlich einen Beruf als Hobby!\u201c Das war der lautlose Urknall zu seinem Label Philophon. <\/p>\n<p>\u201ePhilophon &#8211; aus Liebe zum Ton\u201c, das klingt in etwa wie der Slogan eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmens aus den 1980ern. Egal, denn er \u00fcbersetzt einfach nur, was Philophon bedeutet: <\/p>\n<p>Philo- (Pr\u00e4fix) griechisch ph\u00edlos = freundlich; Freund<br \/>\nWortbildungselement mit der Bedeutung \u201eFreund, Verehrer (von etwas), Liebhaber, Anh\u00e4nger; Liebe, Verehrung, Neigung (zu etwas), wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung\u201c (z.\u2002B. philosophisch, Philologie, Philharmonie)<\/p>\n<p>-phon (Suffix)  griechisch ph\u014dn\u1e17\u2002= Laut, Ton, Stimme<br \/>\nBestimmungswort in Zusammensetzungen mit der Bedeutung Laut, Ton; einen Laut, Ton, eine Sprache betreffend, z.\u2002B. Grammophon, Saxophon; anglophon, polyphon<\/p>\n<p>Philophon (Substantiv) = Freund des Tones, Tonverehrer, Tonliebender<\/p>\n<p><strong>Max Weissenfeldt in seinen eigenen Worten zur Gr\u00fcndung des Labels: <\/strong><br \/>\n\u201eDen Namen Philophon und die Lust ein Label zu machen hatte ich schon Jahre in meinem Herzen mit mir herumgetragen, nur die Voraussetzungen, um Philophon zu starten, waren damals noch nicht gegeben. Das war die Zeit, wo ich quasi auf Endlostour mit der Krautrocklegende Embryo war. <\/p>\n<p>Erst mein Umzug von M\u00fcnchen nach Berlin brachte die entscheidende Wendung. Ich heuerte dort bei der Gamelan Gruppe des indonesischen Komponisten Gutama Soegijo an und genau zu dieser Zeit wurde in seinem weitr\u00e4umigen Atelier ein Raum frei, der mir zur Untermiete angeboten wurde. Hier hatte ich nun einen Ort gefunden, an dem ich etwas aufbauen konnte. Schon bald fing ich zusammen mit Stibbo Spitzm\u00fcller als Techniker an, erste Aufnahmeexperimente zu machen. Das war so um 2012 herum. Stibbo brachte einen Haufen altes Edelequipment mit: Telefunken, Neumann, Siemens\u2026 &#8211; vor lauter gl\u00fchenden R\u00f6hren mussten wir im Winter nicht zus\u00e4tzlich heizen! <\/p>\n<div id=\"attachment_4721\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Max-Weissenfeldt-im-Studio-Photo-Credit-Max-Weissenfeldt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4721\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Max-Weissenfeldt-im-Studio-Photo-Credit-Max-Weissenfeldt-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"size-large wp-image-4721\" srcset=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Max-Weissenfeldt-im-Studio-Photo-Credit-Max-Weissenfeldt-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Max-Weissenfeldt-im-Studio-Photo-Credit-Max-Weissenfeldt-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Max-Weissenfeldt-im-Studio-Photo-Credit-Max-Weissenfeldt-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4721\" class=\"wp-caption-text\">Max Weissenfeldt im Studio (Photo Credit Max Weissenfeldt)<\/p><\/div>\n<p>Zu dieser Zeit war ich auch viel in Ghana unterwegs und fing an, dort Gesang \u00fcber unsere Sachen aufzunehmen \u2013 unter anderem mit Roy X alias Jimmy Taylor, dem j\u00fcngsten Sohn der Highlife-Legende Ebo Taylor. W\u00e4hrend meiner Reisen durch Ghana entdeckte ich auch den Kologo-Virtuosen Guy One und den Frafra-Gospel-K\u00f6nig Alogte Oho. Zur\u00fcck in Berlin hatte ich nun wunderbare Aufnahmen von diesen drei Talenten in der Tasche \u2013 die Lust, sie selbst zu ver\u00f6ffentlichen, war gro\u00df.<\/p>\n<p>Ich machte schon fr\u00fch Erfahrungen mit Labelarbeit. Mein Bruder Jan initiierte Anfang der 1990er  \u201eHot Pie &#038; Candy Records\u201c, unser bandeigenes 7\u201c Label. Ende der 90er holte uns der gro\u00dfe Musikenthusiast Philippe Lehman, Spross der Lehman Brothers Dynastie, unter f\u00fcrstlichen Umst\u00e4nden nach New York, um beim Aufbau der dortigen Funk-Szene zu helfen. Philippe stand Pate f\u00fcr Desco Records, woraus Daptone, Soulfire und Truth &#038; Soul Records hervorgingen. Ich konnte hautnah den Strukturierungsprozess der jungen Labels erleben, wir wohnten sp\u00e4ter sogar im Rohbau der Daptone Studios in Bushwick. Ich schlief in dem Raum, in dem Amy Winehouse sp\u00e4ter ihre Hits einsang! <\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Philophon: Ich machte ein paar Beh\u00f6rdeng\u00e4nge, konnte einen Vertrieb \u00fcberzeugen und so kamen im Fr\u00fchling 2014 die ersten drei 7\u201c-Singles von Guy One, Alogte Oho &#038; his Sounds of Joy und Roy X auf den Markt. Im weiteren Verlauf haben Legenden wie Hailu Mergia, Alemayehu Eshete, Idris Ackamoor &#038; The Pyramids und Jimi Tenor auf Philophon ver\u00f6ffentlicht. Inzwischen ist Philophon mehr als ein Hobby. Erst k\u00fcrzlich habe ich herausgefunden, dass sich unser Studio\/B\u00fcro\/ Lager im Berliner Muttergeb\u00e4ude von Parlophon (damals noch ohne \u201ee\u201c), dem sp\u00e4teren Beatles-Label, befindet. Parlophon &#8211; Philophon, vielleicht findet ja die n\u00e4chste Revolution auf meinem Label statt?\u201c <\/p>\n<p>2018 reifte die Idee, die bislang schon ver\u00f6ffentlichten 7\u201c-Singles sowie neue Mixe einiger St\u00fccke zu einem Album zusammenzuf\u00fcgen und diese findet man nun gemeinsam mit einem bislang unver\u00f6ffentlichten St\u00fcck der Polyversal Souls namens \u201ePortrait of Alemayehu (Daytime)\u201c auf der vorliegenden Compilation, die am 07.12.2018 ver\u00f6ffentlicht wird. Mit \u201eEstre\u201c von Guy One gibt es au\u00dferdem einen veritablen Radiohit aus Frankreich auf dem Album und nicht fehlen darf der Song \u201eInvisible Joy\u201c von Bajka, \u00fcber den Max mit einem Augenzwinkern sagt, er w\u00e4re so etwas wie die Labelhymne. <\/p>\n<p><strong>Hintergrund Max Weissenfeldt:<\/strong><br \/>\nDie <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> nannte ihn in einem Portr\u00e4t einen \u201eder interessantesten deutschen Musiker der Gegenwart\u201c. Wer ist Max Weissenfeldt? <\/p>\n<p>Max mag schon mit Dr. John \u2013 dessen mit einem Grammy ausgezeichnetes Album <em>Locked Down<\/em> er zu einem sogenannten \u201eGroove Monster\u201c gemacht hat &#8211; oder Lana Del Rey, mit Embryo oder den Heliocentrics im Studio oder auf B\u00fchnen in der ganzen Welt gestanden haben, aber die erste musikalische Liebe des Schlagzeugers galt zu Beginn seiner Laufbahn dem rohen afro-amerikanischen Local-Funk in all seinen unterschiedlichen Facetten, wie er auf abertausenden 7\u201c Singles der zweiten H\u00e4lfte der 1960er dokumentiert ist. <\/p>\n<p>Sein erstes Projekt, das im Teenageralter gemeinsam mit seinem Bruder Jan im elterlichen Keller in M\u00fcnchen entstand, war die von jenem 1960er Funk und Soul inspirierte Band Poets of Rhythm, die bald ein weltweites Funk-Revival ausl\u00f6sen sollte: \u201eOhne die Poets of Rhythm&#8220;, zitiert die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> Daptone-Gr\u00fcnder Gabe Roth, \u201ew\u00e4re die Popgeschichte wom\u00f6glich anders verlaufen. Wir h\u00e4tten ohne sie nie den analogen schmutzigen Funk von Sharon Jones und Amy Winehouse geschaffen.&#8220;<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen 2000er Jahren ver\u00f6ffentlichte die Band das Album <em>Discern\/Define<\/em>, das den puristischen Ansatz der ersten Jahre aufbrach und experimentierfreudiger und eigenst\u00e4ndiger mit dem Thema Funk umging. Parallel zu den Poets of Rhythm erfanden die Weissenfeldt Br\u00fcder die Whitefield Brothers. Ihr Deb\u00fct <em>In The Raw<\/em> ging noch einen Schritt weiter in Richtung afropsychedelische Trips und auf <em>Earthology<\/em> &#8211; f\u00fcr Max der H\u00f6hepunkt des gemeinsamen br\u00fcderlichen Schaffens &#8211; ist der Name Programm: auf dem Album gleiten die Br\u00fcder auf Basis ihres \u201eTrademark Grooves\u201c quasi einmal um die Welt. <\/p>\n<p>Schon in den sp\u00e4ten 1990ern war Max Mitglied von Embryo geworden und spielte mehr als 500 Konzerte mit der legend\u00e4ren Band. Es folgten Reisen nach S\u00fcdostasien, wo er klassische Saing Waing Musik in Burma studierte, eine Zeit in London bei den Heliocentrics sowie bei dem fr\u00fcheren Schlagzeuger des Sun Ra Arkestras, Marvin \u201eBugalu\u201c Smith, in den USA.<\/p>\n<p>Mit einer ersten Reise nach Ghana im Jahr 2010 folgte der entscheidende Schritt zur Gr\u00fcndung des Labels Philophon. Um die Musik seiner ghanaischen Partner einspielen zu k\u00f6nnen, formte Max eine in Berlin beheimatete Band namens The Polyversal Souls, bestehend aus Musikern, die Max\u2018 Entdeckungslust f\u00fcr Kl\u00e4nge aus aller Welt teilten. <em>Invisible Joy<\/em>, das Deb\u00fctalbum der Polyversal Souls ist somit Kapitel Zwei von <em>Earthology<\/em> \u2013 und <em>Bittesch\u00f6n, Philophon! Vol. I<\/em> nun Nummer Drei.<\/p>\n<p>Zwei Tourneen der Polyversal Souls in Ghana folgten im Jahr 2014, darunter war ein im nationalen Fernsehen ausgestrahlter Auftritt mit den K\u00fcnstlern Guy One und Alogte Oho Jonas, beide Schl\u00fcsselfiguren der Musikszene in Nord-Ghanas kultureller Hauptstadt Bolgatang. 2016 kamen Auftritte in Nigeria, Benin, Togo, Ghana und der Elfenbeink\u00fcste dazu, bei denen Guy One und Florence Adooni die Polyversal Souls begleiteten. Eine Europatournee mit Guy One folgte.<br \/>\n<strong><br \/>\nWeitere Informationen: <\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/philophon.com\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">http:\/\/philophon.com\/<\/a><\/p>\n<p><strong>VARIOUS ARTISTS<\/strong><br \/>\nBittesch\u00f6n, Philophon! Vol. I<br \/>\nV\u00d6: 07.12.2018<br \/>\nLabel: Philophon<br \/>\nVertrieb: Groove Attack<br \/>\nKatalognummern: PH33004 Vinyl \/ PH33004CD \/ PH33004DD<br \/>\nFormate: LP\/CD\/DD<br \/>\nEAN-Nummern: Vinyl: 5050580698444 \/ CD: 5050580698468 \/ Download: 5050580698451<br \/>\nLabelcode: 33620<br \/>\nFile Under: Local Music, Ethio Jazz, Roots Reggae, Highlife, Traditional<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann 2013 dachte sich Schlagzeuger Max Weissenfeldt: \u201eDa ich mir nun mein Hobby zum Beruf gemacht habe, brauche ich jetzt eigentlich einen Beruf als Hobby!\u201c Das war der lautlose Urknall zu seinem Label Philophon. \u201ePhilophon &#8211; aus Liebe zum Ton\u201c, das klingt in etwa wie der Slogan eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmens aus den 1980ern. 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