{"id":1992,"date":"2014-07-30T18:38:24","date_gmt":"2014-07-30T16:38:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1992"},"modified":"2018-05-01T14:03:28","modified_gmt":"2018-05-01T12:03:28","slug":"brian-eno-kuratiert-fela-kuti-7-cd-box","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1992","title":{"rendered":"Brian Eno kuratiert Fela Kuti 7-CD-Box"},"content":{"rendered":"<p>Die Serie der Fela Kuti-Reissues bei <a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno-300x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Fela Kuti box_3 Brian Eno\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-1996\" srcset=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Fela-Kuti-box_3-Brian-Eno.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Knitting Factory endet am 17. Oktober 2014 mit einem Vinyl-Box-Set, das von Brian Eno zusammengestellt wurde. Nach Fela-Boxen, die von Questlove und Ginger Baker kuratiert wurden, ist es die dritte Vinyl-Box in der Reihe. Eno suchte sich die Alben <em>London Scene<\/em> (1971), <em>Shakara<\/em> (1972), <em>Gentleman<\/em> (1973), <em>Zombie<\/em> (1976), <em>Upside Down<\/em> (1976), <em>I.T.T.<\/em> (1980) und <em>Afrodisiac<\/em> (1973) aus, die alle ihr Originalartwork enthalten, und schrieb das Vorwort des 12-seitigen Booklets, das au\u00dferdem mit ausf\u00fchrlichen Kommentaren des Historikers Chris May, den Songtexten sowie einem exklusiven A2-Poster ausgestattet ist.<\/p>\n<p>Brian Eno \u00fcber Fela Kuti: &#8222;I remember the first time I listened [to Fela&#8217;s album <em>Afrodisiac<\/em>] and how dazzled I was by the groove and the rhythmic complexity, and by the raw, harsh sounds of the brass, like Mack trucks hurtling across highways with their horns blaring. Everything I thought I knew about music at that point was up in the air again.&#8220;<\/p>\n<p>Brian Enos Auswahl f\u00fcr die Box startet mit dem 1971er Album <em>Shakara<\/em> und endet mit dem 1980er Album <em>I.T.T.<\/em> (International Thief Thief) \u2013 damit suchte er sich das Jahrzehnt aus, in dem Felas Afrobeat sich mit Africa 70 (sp\u00e4ter zu Afrika 70 umbenannt) zur vollen Reife entwickelte und die gr\u00f6\u00dften musikalischen und politischen Verwandlungen durchlief.<\/p>\n<p>Mit <em>Shakara<\/em>, <em>Fela\u2019s London Scene<\/em>, <em>Afrodisiac<\/em> und <em>Gentleman<\/em> pr\u00e4sentiert Brian Eno vier Sch\u00e4tze aus der Zeit, in denen Fela begann, die unterschiedlichen Charakteristiken des Afrobeat in seiner Musik zusammenzusetzen \u2013 die Rhythmusmuster, die in sich verzahnten Tenor- und Rhythmusgitarren, die Call- and Response-Vocals, das gebrochene Englisch statt Yoruba als Sprache in den Texten, die Bl\u00e4serarrangements und nicht zuletzt die politische Botschaft. Das erste vollst\u00e4ndige Afrobeat-Rezept stellt Felas Album <em>Alagbon Close<\/em> von 1974 dar, aber die von Eno ausgew\u00e4hlten Alben legten vorher das Fundament daf\u00fcr. <\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichungen <em>Shakara<\/em> und <em>Gentleman<\/em> enthalten Fela Kutis treffendste Texte. \u201eLady\u201c aus dem Album <em>Shakara <\/em>richtet sich an die afrikanischen Frauen und ist einer seiner ersten Spottsongs \u00fcber importierte europ\u00e4ische Kulturwerte sowie eine fr\u00fche Anerkennung der traditionellen afrikanischen Kultur. Auf dem Titelst\u00fcck von <em>Gentleman<\/em> wendet sich Fela wiederum den afrikanischen M\u00e4nnern zu und verspottet ihre europ\u00e4ische Kleidung, die so gar nicht zum tropischen Klima passen will. Das Problem, das beide Geschlechter teilen, so Fela, war ein kultureller Minderwertigkeitskomplex, den zuerst die fr\u00fchen europ\u00e4ischen Kolonialm\u00e4chte und sp\u00e4ter eine in Europa ausgebildete, postkoloniale Herrscher-Elite den Afrikanern einpr\u00e4gten. <\/p>\n<p>Wenig \u00fcberraschend, aber falsch ist die Annahme westlicher Beobachter, dass der Titel \u201eLady\u201c aussage, Fela st\u00fcnde der freien Meinungsbildung von Frauen feindlich gegen\u00fcber. Felas politische Ansichten wurden ganz im Gegenteil von zwei Frauen stark gepr\u00e4gt. Seine Mutter Funmilayo Ransome Kuti war eine Freundin von Kwame Nkrumah, dem ersten Pr\u00e4sidenten im unabh\u00e4ngigen Staat Ghana, ein prominenter Aktivist f\u00fcr die nigerianische Unabh\u00e4ngigkeit. Felas langj\u00e4hrige Freundin Sandra Izsadore war eine afro-amerikanische Aktivistin, die Fela 1969 w\u00e4hrend seiner langen US-Tournee mit Koola Lobitos kennenlernte. Izsadore machte ihn mit den Werken von zeitgen\u00f6ssischen afro-amerikanischen Aktivisten wie Malcolm X oder Angela Davis bekannt und seine politischen Ansichten kristallisierten sich so immer sch\u00e4rfer heraus, bis er um die Mitte des Jahrzehnts seine pro-schwarze, aber nicht anti-wei\u00dfe Philosophie des \u201eBlackism\u201c entwickelt hatte. <\/p>\n<p>Das f\u00fcnfte Album in Brian Enos Auswahl, <em>Upside Down<\/em>, wurde 1976 w\u00e4hrend einer Nigeriareise von Izsadore eingespielt und sie ist auf dem Titelst\u00fcck an den Vocals zu h\u00f6ren. Felas Texte hatten sich bis zum Jahre 1974 von gutgelaunten Satiren \u00fcber post-koloniale Fehltritte hin zu heftiger Kritik an den korrupten milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Eliten in Nigeria entwickelt, was sich auch auf <em>Upside Down<\/em> zeigt, auf der er Kritik am Regierungsstil und der zivilen Infrastruktur \u00fcbt. <\/p>\n<p>Kurz nach Erscheinen von <em>Upside Down<\/em> \u00e4nderte Fela seinen Mittelnamen von Ransome, den er f\u00fcr einen Sklavennamen hielt, zu Anikulapo und afrikanisierte die Schreibweise von Africa 70 in Afrika 70. Damit signalisierte er eine weitere Intensivierung seiner Opposition zum nigerianischen milit\u00e4risch-industriellen Machtkomplex.<\/p>\n<p>Das sechste Album aus Enos Auswahl ist <em>Zombie<\/em> aus dem Jahr 1976, sein bis zu diesem Zeitpunkt sicherlich mutigstes Album. So war es wohl kein Zufall, dass am 18. Februar 1977 mehr als 1000 Soldaten die sich selbst als unabh\u00e4ngig erkl\u00e4rte Republik Kalakuta angriffen und zerst\u00f6rten, bis dahin ein Lebens- und Arbeitsraum der erweiterten Afrika 70-Familie. W\u00e4hrend des Angriffs wurde Felas damals 77-j\u00e4hrige Mutter aus dem Fenster geworfen und starb im Jahr darauf an den Folgen des Traumas, das sie an diesem Tag erlebt hatte. <\/p>\n<p><em>I.T.T.<\/em> aus dem Jahr 1980 ist eines der ersten Alben, das Fela nach dem Ende von Afrika 70 mit seiner neuen Band Egypt 80 einspielte. Auf dem Album gibt es nur einen Song \u2013 ein l\u00e4ngeres Instrumental auf der A-Seite und auf der B-Seite mit Lyrics, in denen er den nigerianischen Pr\u00e4sidenten General Obasanjo als direkten Verantwortlichen f\u00fcr den Tod seiner Mutter angreift.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu Fela Kuti:<br \/>\nSoundtrack &#8222;Finding Fela&#8220; Pressetext: <a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1964\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1964<\/a><br \/>\nVinyl-Reissues: <a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=2019\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=2019<\/a><br \/>\nWeb: <a href=\"http:\/\/www.fela.net\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fela.net<\/a><br \/>\nFacebook: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/felakuti\" target=\"_blank\">https:\/\/www.facebook.com\/felakuti<\/a><br \/>\nTwitter: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/felakuti\" target=\"_blank\">https:\/\/twitter.com\/felakuti<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Serie der Fela Kuti-Reissues bei Knitting Factory endet am 17. 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