{"id":1430,"date":"2013-10-31T14:11:40","date_gmt":"2013-10-31T13:11:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1430"},"modified":"2018-05-01T14:23:13","modified_gmt":"2018-05-01T12:23:13","slug":"kolner-musikfestival-week-end-2013-mit-legendarem-line-up","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ub-comm.de\/?p=1430","title":{"rendered":"K\u00f6lner Musikfestival Week-End 2013 mit legend\u00e4rem Line-Up"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man \u201eam Tag danach\u201c den unb\u00e4ndigen Drang versp\u00fcrt, einfach wieder an den Ort zur\u00fcckzukehren, der einen gerade noch verzaubert hat, als g\u00e4be es tats\u00e4chlich eine Chance, die Zeit anzuhalten, zur\u00fcckzuspulen \u2013 dann muss etwas einzigartiges Geschehen sein. Aber Montag ist leider kein Week-End! Und Week-End ist kein normales Wochenende. Bereits zwei mal haben Jan Lankisch und J\u00f6rg Waschat mit dem Programm des Week-End Festivals, das 2011 in einem leer stehenden K\u00f6lner Innenstadtkino deb\u00fctierte, das Publikum verzaubert. Als sie im Herbst das erste Bild der neuen Location f\u00fcr das Week-End #3 ins Netz stellen, steht da mit entwaffnender Schlichtheit: \u201eOur Dream\u201c. Und kurz darauf, als klar ist, dass man in diesem Jahr trotz widriger Umst\u00e4nde doch zwei Tage lang Programm machen kann: \u201eextended Version\u201c. <\/p>\n<p>Schwierig war es wieder, und dennoch liest sich das Line Up wie eine Wunschliste mit alten Helden: The Fall, Robert Forster von The Go Betweens, Grant Hart von H\u00fcsker D\u00fc, The Pastels und die Young Marble Giants \u2013 alle auf ihre ganz eigene Art antirockistische Vertreter des Post-Punk. <\/p>\n<p><strong>Das Programm:<\/p>\n<p>FREITAG, 13.12.2013<br \/>\nTHE FALL<br \/>\nGRANT HART<br \/>\nYUCK<\/p>\n<p>SAMSTAG, 14.12.2013<br \/>\nYOUNG MARBLE GIANTS<br \/>\nROBERT FORSTER w\/ String Quartet conducted by Jherek Bischoff<br \/>\nTHE PASTELS<br \/>\nMIREL WAGNER<br \/>\n<\/strong><br \/>\nFestival Website: <a href=\"http:\/\/www.weekendfest.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.weekendfest.de<\/a><br \/>\nFacebook: <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/weekendfest\" target=\"_blank\">http:\/\/www.facebook.com\/weekendfest<\/a><br \/>\nTicketlink: <a href=\"http:\/\/www.tixforgigs.com\/site\/Pages\/Shop\/ShowEvent.aspx?ID=7921\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tixforgigs.com\/site\/Pages\/Shop\/ShowEvent.aspx?ID=7921<br \/>\n<\/a><br \/>\nAber es sind nicht nur die gro\u00dfen Namen alter Helden, die Week-End so einzigartig machen. Es ist auch der Blick f\u00fcr&#8217;s Detail, der dieses Festival so besonders macht. Da werden Verbindungen gekn\u00fcpft, die nachhaltig Spuren hinterlassen. So erschien beim Record Store Day 2013 ein Mitschnitt von Stephen Malkmus&#8216; Interpretation von Cans \u201eEge Bamyasi\u201c-Album auf dem Week-End 2012. Das Cover kommt von David Shrigley, der schon das Artwork der zweiten Ausgabe des Festivals verantwortet hat. Kein Wunder, dass solch Gestaltungswillen eine internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, von der manch gr\u00f6\u00dferes Festival nur tr\u00e4umen kann. Aber hier werden solche Tr\u00e4ume eben wahr, auch in diesem Jahr: Young Marble Giants spielen ihr komplettes Album \u201eColossal Youth\u201c von 1980, w\u00e4hrend Robert Forster eigens mit einem Streichorchester angereist kommt. Auch das geht auf eine Idee von Lankisch und Waschat zur\u00fcck, die das Festival in bester DIY-Tradition tats\u00e4chlich als Zwei-Mann-Unternehmen stemmen und zwischen all den logistischen und finanziellen Herausforderungen nie die Inhalte aus den Augen verlieren. <\/p>\n<p>Bei Week-End paaren sich der Blick f\u00fcr das Detail und der Gedanke an das gro\u00dfe Ganze. Die Stadthalle M\u00fclheim scheint da als Location zun\u00e4chst nicht rein zu passen. Aber auch hier spielen sich wieder die Details und das gro\u00dfe Ganze die B\u00e4lle zu: Denn an dem unscheinbaren und scheinbar unglamour\u00f6sen Ort, wo heute Versammlungen und Messen stattfinden, haben in den 80ern und fr\u00fchen 90ern Bands wie The Jesus and Mary Chain, Sonic Youth oder auch Bob Mould \u2013 kurz nach dem Split von H\u00fcsker D\u00fc \u2013  gespielt. Und wenn man genau hin guckt, dann scheint sogar das tolle Interieur aus den fr\u00fchen 60er Jahren mit dem Minimalismus des Konzeptk\u00fcnstlers Lawrence Weiner, der in diesem Jahr f\u00fcr das Plakat des Week-End Fests gewonnen werden konnte, in einen Dialog zu treten. Also: Achtet bei diesem Festival strotz der gro\u00dfen Namen immer auf die Details \u2013 sonst entgeht euch was. <\/p>\n<p><strong>The Fall<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1454\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/the-fall\u00a9the-fall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1454\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/the-fall\u00a9the-fall-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"the-fall\u00a9the fall\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1454\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1454\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 The Fall<\/p><\/div>Einen Song von The Fall erkennt man immer. 1988 schrieb Michael Ruff, damals einer der gr\u00f6\u00dften Fall-Fans unter der Sonne, in der Spex: \u201eDie einzige Band, die einen nie entt\u00e4uschen kann, weil sie sich nie entwickelt. Der Fehler liegt immer bei Dir, Freundchen\u201c. 25 Jahre sp\u00e4ter blicken The Fall auf eine 37-j\u00e4hrige Bandgeschichte zur\u00fcck. 30 Studioalben haben sie eingespielt, ebenso viele Livealben gibt es. Das Geheimnis von The Fall liegt tats\u00e4chlich in dem, was Mark E. Smith \u2013 einzige personelle Konstante in all den Jahren \u2013 schon 1978 auf der ersten Single die drei Rs nannte: Repetition, Repetition, Repetition. Das mit Can und Velvet Underground aufgesogene Programm sollte sich damals nat\u00fcrlich auf den einzelnen Song, nicht unbedingt die ganze Karriere beziehen. Und es stimmt auch nicht: Jenseits des stoischen Sprechgesangs von Smith hat sich immer viel bewegt. Pop wehte in den 80er Jahren zum Fenster herein, Elektronik dr\u00f6hnte in den 90ern aus dem Keller. 2007 arbeitete Mark E. Smith uner dem Namen Von S\u00fcdenfed sogar mit dem Elektronik-Duo Mouse on Mars. Elektronische Sounds sind seitdem nie ganz gewichen, aber die letzten Jahre stehen wieder klar im Zeichen eines ungest\u00fcmen, repetitiven Rock, der die stets arrogant-nuschelig ausgespuckten Lyrics von Smith begleitet. R\u00fcckblickend muss man nach all den Jahren sagen, hat John Peel, der wirklich allergr\u00f6\u00dfte Fall-Fan unter der Sonne, das Prinzip der Band aber besser verstanden als Michael Ruff: \u201eThe Fall \u2013 always different, always the same\u201c. <a href=\"http:\/\/www.thefall.org\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.thefall.org\/<\/a><\/p>\n<p><strong>The Pastels<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1455\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/The-Pastels-1lo-res-by-Blair-Young.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1455\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/The-Pastels-1lo-res-by-Blair-Young-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"The-Pastels-1lo-res-by-Blair-Young\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1455\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1455\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Blair-Young<\/p><\/div>Stephen Pastel alias Stephen McRobbie betreibt einen Plattenladen in Glasgow. Aus gut informierten Kreisen h\u00f6rt man, dass er extra aus dem Hinterzimmer gerufen wird, wenn man im \u201eMonorail\u201c eine Platte seiner Band kauft. Kundenbindung wird gro\u00df geschrieben \u2013 so viel Zeit muss sein! Eilig hatten es die Pastels sowieso nie. Unter dem Einfluss des Glasgower Postcard-Labels 1981 ebendort gegr\u00fcndet, erschien nach einigen Singles erst 1987 ihr Deb\u00fctalbum \u201eUp for a bit with the Pastels\u201c. Mit der legend\u00e4ren C-86 Compilation des NME hatte ihr Sound, der bald als Twee-Pop umgehen sollte, einen fruchtbaren Boden gefunden. Schon zwei Jahre sp\u00e4ter kam der Nachfolger, doch dann war wieder Ruhe. Mitte der 90er Jahre erschienen wieder zwei Alben, auf denen der schrammelige Sound der fr\u00fchen Jahre einem weicheren, volleren Klang gewichen war. 16 Jahre sp\u00e4ter klingt ihr aktuelles Album \u201eSlow Summits\u201c so selbstverst\u00e4ndlich und leichtf\u00fc\u00dfig, dass man gar nicht auf die Idee kommen k\u00f6nnte, die langen Zeiten zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen als kreative Krise zu deuten. Das klingt eher nach beeindruckender Gelassenheit. Die Geschichte der Pastels erscheint wie ein Liebesfilm in Slowmotion, und so klingt auch das neue Album mit seinen langsamen, gef\u00fchlvollen Balladen. Gef\u00fchl war bei den Pastels immer wichtiger als Handwerk. Das gilt auch f\u00fcr ihr neues Album, auch wenn das Handwerk nach all den Jahren etwas aufgeholt hat. <a href=\"http:\/\/www.thepastels.org\" target=\"_blank\">http:\/\/www.thepastels.org<\/a><\/p>\n<p><strong>Young Marble Giants<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1472\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1472\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"YMG_Philippe Lebruman_1\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1472\" srcset=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/YMG_Philippe-Lebruman_1.jpg 1474w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1472\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Philippe Lebruman<\/p><\/div>Die Ruhe der minimalistischen Popsongs der Young Marble Giants muss 1980, inmitten des Krachs von Punk und Post-Punk, etwas be\u00e4ngstigendes gehabt haben: Stuart Moxham spielt einen reduzierten, aber melodischen Bass. Sein Bruder Philip t\u00e4uscht mit dem abged\u00e4mpften Anschlag auf der Gitarre Punk nur an. Im Hintergrund pluckert verhalten eine Rhythmusmaschine. Und dar\u00fcber singt Alison Statton mit \u2013 je nach Wahrnehmung \u2013 r\u00fchrendem oder be\u00e4ngstigendem Gleichmut. \u201eAlison singt, als w\u00fcrde sie an der Bushaltestelle stehen\u201c, sagte Stuart damals. Das war nicht als Kompliment an die Freundin seines Bruders gemeint, und kurz darauf war Alison nicht mehr in der Band und das Ende der Young Marble Giants nah. Ende der 80er Jahre hat sich die zickig-l\u00e4rmende Band Kolossale Jugend nach dem ersten und einzigen Album von YMG benannt, Kurt Cobain \u00e4u\u00dferte wenig sp\u00e4ter seine gro\u00dfe Bewunderung f\u00fcr die Band. Dass sich Musiker mit brachialem Sound zu dieser Band bekennen, kann einen verwundern. Die Wirkung ihrer Musik macht das indes nur noch geheimnisvoller. Die Young Marble Giants werden f\u00fcr das Weekend Fest ihr komplettes Album \u201eColossal Youth\u201c spielen. F\u00fcr ihre Single \u201eFinal Day\u201c von 1981 wird vielleicht eine kleine  Zugabe herhalten m\u00fcssen. <a href=\"http:\/\/julietippex.com\/roster\/young-marble-giants\/\" target=\"_blank\">http:\/\/julietippex.com\/roster\/young-marble-giants\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Robert Forster w\/ String Quartett, conducted by Jherek Bischoff<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1474\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Forster\u00a9artists.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1474\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Forster\u00a9artists-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"Robert-Forster\u00a9artists\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1474\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1474\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 artists<\/p><\/div>The Go-Betweens haben Punk genutzt, um den einfachen Popsong wiederzuentdecken. Auf die australischen Punks m\u00fcssen Robert Forster und Grant McLennan mit ihren Akustikgitarren Ende der 70er Jahre befremdlich gewirkt haben. In England fanden sie schlie\u00dflich Gleichgesinnte, ver\u00f6ffentlichten sogar eine Single auf dem legend\u00e4ren Postcard-Label. In den 80er Jahren wurde ihr Sound opulenter. Streicher, wie Robert Forster sie auf seinem letzten Album \u201eThe Evangelist\u201c von 2009 einsetzt, sind da nur die logische Konsequenz. F\u00fcr das Weekend Fest haben ihn die Veranstalter mit Jherek Bischoff zusammengebracht, der schon bei Xiu Xiu und den Paranthetical Girls f\u00fcr Opulenz gesorgt hat. Er wird den Songs mit seinen Arrangements f\u00fcr Streichquartett eine besondere Note hinzuf\u00fcgen. Die Go-Betweens haben sich erstmals 1990 getrennt. Nach der Reunion im Jahr 2000 war die Band sechs Jahre sp\u00e4ter mit dem Tod von Grant McLennan endg\u00fcltig Geschichte. F\u00fcr das Week-End darf man aber auch auf den ein oder anderen Go-Betweens-Klassiker mit Streicherarrangement hoffen. G\u00e4nsehaut! <a href=\"http:\/\/www.robertforster.net\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.robertforster.net\/<\/a> <\/p>\n<p><strong>Grant Hart<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1475\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/GrantHart_1_\u00a9artists.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1475\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/GrantHart_1_\u00a9artists-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"GrantHart_1_\u00a9artists\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1475\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1475\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 artists<\/p><\/div>Neben den Go-Betweens noch so eine stilpr\u00e4gende Konsens-Band der 80er Jahre mit zwei Songwritern, die irgendwann nicht mehr miteinander konnten: H\u00fcsker D\u00fc haben in nur wenigen Jahren vom gepr\u00fcgelten Hardcore aus den Popsong erobert. Im Nachhinein kann man mutma\u00dfen, dass der Schlagzeuger Grant Hart die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war. Meist waren die St\u00fccke von Grant Hart nicht nur ruhiger als die von Bob Mould, sondern gingen einem emotional auch n\u00e4her. Harts \u201ePink turns Blue\u201c von 1984 erhebt sich majest\u00e4tisch \u00fcber all den Noiserock des meisterlichen Doppelalbums \u201eZen Arcade\u201c. W\u00e4hrend sein ehemaliger Mitstreiter Bob Mould nach dem Split von H\u00fcsker D\u00fc regelm\u00e4\u00dfig Platten ver\u00f6ffentlichte, hielt sich Hart zur\u00fcck. 2009 kam dann sein Album \u201eHot Wax\u201c. Das aktuelle Album \u201eThe Argument\u201c ist eine Vertonung von John Miltons \u201eParadise Lost\u201c. Und das klingt auf seinen 20 St\u00fccken in 80 Minuten zwar oft dramatisch und erinnert zuweilen an Bowie, ist aber nie pr\u00e4tenti\u00f6s. Grant Hart, der nach H\u00fcsker D\u00fc nie die Erfolge seines Kollegen Mould feiern konnte, muss keine Erwartungen erf\u00fcllen. Das Album k\u00fcndet daher sowohl in den Arrangements als auch in der Instrumentierung von einer gro\u00dfen musikalischen Freiheit. <a href=\"http:\/\/granthart.com\" target=\"_blank\">http:\/\/granthart.com<\/a><\/p>\n<p><strong>Mirel Wagner<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1476\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mirel_Wagner_2\u00a9artists.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1476\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mirel_Wagner_2\u00a9artists-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"Mirel_Wagner_2\u00a9artists\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1476\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1476\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 artists<\/p><\/div>Die 24-j\u00e4hrige Mirel Wagner erf\u00fcllt erst mal kein Klischee: In \u00c4thopien geboren, in Finnland aufgewachsen, macht sie keine Black Music, daf\u00fcr aber tiefschwarze Musik, die gleicherma\u00dfen an Townes van Zandt, den fr\u00fchen Leonard Cohen oder den sp\u00e4ten Johnny Cash erinnert. Ihre spartanischen Songs haben schon viele prominente Bewunderer gefunden. Nur mit Akustikgitarre und ihrem schlichten, aber ergreifenden Gesang schreitet sie die magische Linie zwischen Diesseits und Jenseits ab. Mit nur wenigen Mitteln entfaltet sie eine emotionale Wucht, die den H\u00f6rer atemlos zur\u00fcck l\u00e4sst. Dass liegt nicht nur an den abgr\u00fcndigen Texten, die zuweilen klar die Schmerzgrenze \u00fcberschreiten, wie in dem Necrophilie-Song wie \u201eNo Death\u201c. Es ist der existentialistische Grundton ihrer Musik, der dazu f\u00fchrt, dass die H\u00f6rer regelrecht an den Lippen dieser jungen Musikerin h\u00e4ngen. <a href=\"http:\/\/mirelwagner.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/mirelwagner.com<\/a>  <\/p>\n<p><strong>Yuck<\/strong><br \/>\n<div id=\"attachment_1477\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Yuck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1477\" src=\"https:\/\/www.ub-comm.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Yuck-150x150.jpg\" alt=\"\" title=\"Yuck\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1477\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1477\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 artists<\/p><\/div>Bei \u201eGet Away\u201c, dem Opener des selbstbetitelten Deb\u00fctalbums von Yuck, wird erst mal das Wah Wah-Pedal kr\u00e4ftig maltr\u00e4tiert. Danach muss sich jeder selber entscheiden, ob er sich eher an Dinosaur Jr. oder an My Bloody Valentine erinnert f\u00fchlt. Der in diesem Herbst erschienene Nachfolger \u201eGlow &#038; Behold\u201c ist deutlich ruhiger ausgefallen, und sie haben sich mit St\u00fccken wie \u201eRebirth\u201c mehr auf die Seite von My Bloody Valentine geschlagen. Mariko Doi, Jonny Rogoff, Ed Hayes und Max Bloom, ehemals Cajun Dance Party, sind aber auf dem besten Weg, ihre Eigenst\u00e4ndigkeit zu behaupten. Die britische Presse haben sie schon l\u00e4ngst hinter sich, nun gilt es, den eigenen Standpunkt beherzt zu vertreten. \u201eGlow &#038; Behold\u201c zeigt mit lang gezogenen Instrumentalparts mit feinem Fingerpicking und gef\u00fchlvollen Songs, dass sie auf dem besten Weg dorthin sind. <a href=\"http:\/\/yuckband.com\" target=\"_blank\">http:\/\/yuckband.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man \u201eam Tag danach\u201c den unb\u00e4ndigen Drang versp\u00fcrt, einfach wieder an den Ort zur\u00fcckzukehren, der einen gerade noch verzaubert hat, als g\u00e4be es tats\u00e4chlich eine Chance, die Zeit anzuhalten, zur\u00fcckzuspulen \u2013 dann muss etwas einzigartiges Geschehen sein. Aber Montag ist leider kein Week-End! Und Week-End ist kein normales Wochenende. 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