Drittes Album von Altın Gün im Februar 2021

In der Musik von Altın Gün verbindet sich Rockmusik aus Anatolien mit psychedelischer Musik aus der Türkei – auf dem neuen Album Yol („Weg“) stoßen verträumte 1980er Synthie-Pop-Musik und Dancefloor-Ausflüge hinzu.

In Rekordgeschwindigkeit hat es die Amsterdamer Band Altın Gün mit ihrer Gabe, Musik der Vergangenheit und Gegenwart zu einer ansteckenden psychedelischen Popmusik zusammenzufügen, schon bis zu einer Grammy-Nominierung für ihr zweites Album Gece gebracht. Untermauert wird dieser Erfolg durch ihre Qualitäten als Live-Band, die sie bei ausverkauften, verschwitzten Konzerten auf drei Kontinenten mit einem unwiderstehlichen Groove anreichern. Das dritte Album Yol, das am 26.02.2021 bei Glitterbeat veröffentlicht wird, überrascht nun mit einer neuen und überraschenden Sound-Palette.

Die äußerst vielfältigen Traditionen anatolischer und türkischer Folk Music bilden weiter die Basis für Yol, aber das Album gestaltet diese Sounds nicht nur für ein heutiges Publikum aus, sondern bietet darüber hinaus einen Avant-Popsound wie z.B. in der ersten Singleauskopplung „Ordunun Dereleri“. Mysteriös und atmosphärisch zugleich umschmeichelt sie die Hörer in einer Klangwelt aus Electro-Downtempo-Beats, majestätisch klingenden Synthesizern und Erdinç Ecevits wehmütigen Vocals über eine unerwiderte Liebe.

Auch der Aufnahmeprozess war ein anderer als bei den letzten Alben. Sängerin Merve Dasdemir erzählt: „Wir saßen drei Monate lang zuhause fest und spielten Demos ein, zu denen alle ihren Teil beitrugen. Das transnationale Gefühl mag von diesem Demoaustauschprozess über das Internet herrühren, einen Teil der Musik machten wir im Studio, aber der Lockdown bedeutete für uns, dass wir einem anderen Ansatz folgen mussten.“

Die spürbare Verträumtheit in den Songs von Yol ist vielleicht aus dieser erzwungenen Zeit der Reflektion entstanden und wird von Euro-Synthiepop-Akzenten der späten 1970er oder frühen 1980er Jahre durchleuchtet. Dieser neue musikalische Ansatz nährt sich auch durch die Auswahl der Instrumente wie dem Omnichord in den Songs „Arda Boyları“, „Kara Toprak“ und „Sevda Olmasaydı“ und der Drum Machine im letzten Stück „Esmerim Güzelim“. „Bassist Jasper Verhulst liebte den Song“, so Merve Dasdemir und weiter: „Er sagte, es klinge nicht wie Altın Gün, es klinge wie ein türkischer Musiklehrer im Kindergarten der 1980er Jahre, der einen 808 einsetzt!“.

Wie schon bei den ersten beiden Alben waren alle sechs Bandmitglieder am Entstehungsprozess beteiligt, so auch an den Feldaufnahmen und einigen New Age-Ideen, die kontinuierlich zwischen allen hin- und hergeworfen wurden. Das alles natürlich als Gebot der Stunde in sicherer Distanz. Aber auch das Produktionsteam war an der Entwicklung des Albums beteiligt. Dieses Mal arbeitete die Band mit den Genter Produzenten Oliver Geerts und Gilles Noë alias Asa Moto zusammen, die das Album mischten. Ein Novum für die Band, die bislang ausschließlich mit ihrem eigenen Tontechniker gearbeitet hatte.

Die neuen Sounds durchwirken aber nicht das komplette Album – Songs wie „Sevda Olmasaydı“ oder „Maçka Yolları“ schließen sich nahtlos ihren letzten Alben an und die bei der Band schon immer im Überfluss sprudelnden neuen Ideen und Ansätze kann man in den fast schon brasilianisch anmutenden Stücken „Kara Toprak“ und „Yekte“ hören und kosmischer Reggae sickert durch den Groove von „Yüce Dağ Başında“. Einen Schubs auf die Tanzfläche gibt dem Hörer „Hey Nari“ der traditionellen Komposition von Ali Ekber Çiçek, während „Bulunur Mu“ sich in Richtung des Songs „Pa“ der niederländischen 1970-1980er Band Doe Maar verneigt.

Altın Gün könnte mit Yol den ureigenen magischen Prozess der Neuinterpretation und klanglichen Spurensuche patentiert haben, ein Prozess, den man wahrscheinlich seit dem britischen Folk-Rock-Boom der späten 1960er und frühen 1970er Jahre so nicht gehört hat. Ihre Aufnahmen befördern die Hörer weniger mit Neuinterpretationen als durch Verführung in eine Welt, in denen die zugrunde liegenden Originalkompositionen selbst nie gelebt haben. Dazu nochmals Merve Dasdemir: „Nachdem wir an ihnen gearbeitet haben, bekamen sie ein völlig neues Eigenleben“ und mit einem Lachen sagt sie weiter: „Vielleicht sind wir ein wenig zu weit gegangen.“

Besetzung:
Merve Dasdemir – Vocals, Keyboards
Erdinç Ecevit – Vocals, Saz, Keyboards
Jasper Verhulst – Bass
Ben Rider – Gitarre
Daniel Smienk – Schlagzeug
Gino Groeneveld – Percussion

Geplante Tourdaten:
13.03.2021 Berlin / Gretchen
17.11.2021 CH-Zürich / X-tra
22.11.2021 Frankfurt / Unionshalle
23.11.2021 Hamburg / Mojo Club
24.11.2021 Köln / Carlswerk
25.11.2021 München / Tonhalle

Diskographie:
Alben
2021 – Yol (Glitterbeat Records)
2019 – Gece (Glitterbeat Records)
2018 – On (Bongo Joe Records)

Singles
2019 – Gelin Halayi/Div Div (Glitterbeat Records)
2019 – Süpürgesi Yoncadan/Vay Vay (ATO Records)
2018 – Vay Vay (Bongo Joe Records)
2018 – Hababam (Bongo Joe Recods)
2017 – Tatli Dile Güler Yüze (Bongo Joe Records)
2017 – Goca Dünya/Kırşehirin Gülleri (Bongo Joe Records)

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/altingunband/ (https://www NULL.facebook NULL.com/altingunband/)

Altın Gün
Das neue Album: Yol
VÖ: 26.02.2021
Label: Glitterbeat
Formate: CD, LP, digital
EAN CD: 4030433610329
EAN LP: 4030433610312
Bestellnummer: GB103
Vertrieb: Indigo
Labelcode: 41276

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