Liraz mit neuem Album bei Glitterbeat Records im November 2020

Vor zwei Jahren veröffentlichte die israelisch-persische Schauspielerin und Sängerin Liraz ihr letztes Album Naz, am 13.11.2020 folgt mit Zan (Farsi für „Frau“) ihr erstes Album bei Glitterbeat Records. Für ihren wunderbaren Mix aus Electro-Pop, der auf pulsierende Dance-Rhythmen und Retroklänge aus Persien trifft, arbeitete Liraz online mit KomponistInnen und MusikerInnen aus dem Iran zusammen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben mussten.

Mit den Songs auf Zan erfüllt sich Liraz ihren Traum, tief in die Seele des Landes einzutauchen, das in ihrem Herzen wohnt und mit Geschichten ihrer Eltern aus Liraz‘ Kindheit besiedelt ist – das sie aber selbst noch nie gesehen hat. Sie wurden für die Frauen in ihrer Familie geschrieben: „Ich singe wegen dieser Frauen, zu ihnen und für sie“ erklärt Liraz und weiter: „Meine Großmütter wurden mit 11 und 12 Jahren verlobt und mit 15 verheiratet. Beide hatten viele Kinder, aber so viel Leidenschaft für das Leben. Ich wuchs mit vielen verrückten Geschichten rund um diese Frauen auf. Meine Mutter riss die Mauern rund um die Frauen ein. So auch meine Tante. Ich beobachte sie seit meiner Kindheit. Sie kämpften für ihre Freiheit und ich kämpfe für meine, indem ich in meinen Songs Geschichten über sie erzähle.“

Liraz‘ Familie, iranische Juden, zogen in den 1970er Jahren nach Tel Aviv. Obwohl Liraz in Israel aufwuchs, glaubte sie immer daran, dass „meine Kultur iranisch ist“. Als sie für drei Jahre in die USA zog, um als Schauspielerin in großen Filmproduktionen wie A Late Quartet und Fair Game zu arbeiten, hatte sie so etwas wie eine Offenbarung. Sie fand in Los Angeles eine riesige iranische Gemeinschaft: „Es gibt hier Millionen von Iranern, so viele, dass ich anfing, es Tehrangeles zu nennen. Plötzlich fühlte ich mich neben Israel noch woanders zugehörig. Ich hörte die Musik aus der Zeit vor der Revolution und fing an, sie zu sammeln. Einige davon stammte von Frauen, die nach der Revolution nicht mit dem Singen aufhörten, wie sie es sollten. Sie verließen den Iran, damit sie weitermachen konnten und ich hörte den Mut in ihren Stimmen. Dadurch merkte ich, dass ich nicht schauspielern, sondern singen wollte.“

Und das machte Liraz: 2018 erschien das Album Naz, für das sie in Farsi schrieb und sang. Dabei erforschte die Musik zuweilen die Klangwelt der iranischen Popmusik vor der Revolution. Zum ersten Mal fand Liraz ihre Stimme erblühen und das Loch in ihrem Herzen sich füllen. „Es ist die Stimme meiner Eltern“ erklärt sie, „ich fühlte, dass es der einzige Weg war, wie ich mich mit meinem Erbe und meinen Großeltern verbinden und trotzdem als Frau weiter kommen konnte.“

Für das nächste Album wollte Liraz mit iranischen Musikern arbeiten. „Zuerst erschien die Idee wie eine Phantasie“, sagt sie, „aber ich hatte viel Glück: einige Menschen im Iran hatten Naz gefunden und sich online mit mir in Verbindung gesetzt. Musiker schickten mir Videos; manche schrieben mir jeden Tag. Ich postete Fragen, nach unterschiedlichen Spielern und Instrumenten. Über mehr als eineinhalb Jahre nahmen die Songs für Zan Gestalt an. Manche hatten Angst, da mir zu helfen gegen das Gesetz verstieß, und baten mich, ihre Namen nicht zu nutzen.“

Eine Percussionistin aus Teheran ist eine dieser anonymen MusikerInnen. Man kann sie auf dem eindringlichen ersten Stück „Zan Bezan“ („Frauen singen“) neben Liraz‘ israelischer Band hören. Der Song verneigt sich vor iranischen Popstars der 1970er Jahre wie Googoosh, wobei die Botschaft der „Female Empowerment“ aus unserer Zeit stammt.

Auch an „Joon Joon“, mit seinem Teheraner 1970er Disco-Beat und einem Killerrefrain, arbeitete eine anonym bleibende Musiker/in aus dem Iran mit: „Joon ist der Spitzname meiner Tochter, er bedeutet ‚meine Seele‘“, so Liraz, „als wir online miteinander sprachen, sah eine/r der MusikerInnen aus Teheran mich mit meiner Tochter und fragte, wer sie sei. So kam es zu dem Song.“

Zan ist ein Album der Kontraste. Die Ballade „Shab Gerye“ musste Liraz einfach mit auf das Album nehmen, „weil der Text und die Musik so perfekt passen. Es ist ein Liebeslied über die Realität“. Das letzte Stück „Lalai“ wiederum ist „ein Wiegenlied“, so die Musikerin, „Meine Großmutter sang es, meine Mutter sang es und ich singe es für meine Tochter. Es ist seit Generationen in unserer Familie. Ich wusste, dass ich eine Mission hatte, es zu machen. Der Song sagt aus, dass du für dein eigenes Leben kämpfen musst, mein Mädchen.“

In der Zartheit von Zan liegt seine Stärke – beide zusammen genommen machen das Album aus. Es bricht die Mauern weiter ein, an deren Abriss schon ihre Mutter und Tanten gearbeitet hatten – und es geht noch weiter: es gräbt sich unter Grenzen durch und verbindet Länder und Kulturen. „Alle Stücke wurden in Tel Aviv und Teheran geschrieben. Für mich sind alle, die mitgearbeitet haben, meine Brüder. Hier leben wir in einer Demokratie, aber wir haben eine verrückte Regierung. Im Iran sind ihre Leben reglementiert, aber sie können in ihren Wohnungen machen, was sie wollen.“

Zan ist das zweite Kapitel der Geschichte, die mit Naz begann, aber das Album steht auch für sich allein. Liraz‘ Musik ist Underground-Musik im besten Sinne des Wortes, politische Popmusik, eine Mischung aus traditionellen persischen Instrumenten, Club-Beats und Call-to-Action-Melodien.

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/LirazOfficial/ (https://www NULL.facebook NULL.com/LirazOfficial/)

Link zum Pressetext von Naz:
https://www.ub-comm.de/?p=4619

LIRAZ
Das neue Album: Zan
VÖ: 13.11.2020
Label: Glitterbeat Records
Formate: CD / LP + download code/ DL & Streaming
EAN CD: 4030433610121
EAN LP: 4030433610114
Bestellnummer: GBCD/LP 101
Vertrieb: Indigo
Labelcode: 41276

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