BaBa ZuLa mit neuem Album und Tour im Herbst 2019

Die Kunst hilft uns in dunklen Zeiten dabei, nicht den Mut zu verlieren, zu kämpfen und nach dem Leben zu greifen. Für das legendäre Istanbuler Ensemble BaBa Zula, das sich in den letzten zwei Jahrzehnten als das fehlende Bindeglied zwischen türkischem Psych, Krautrock und Dub etabliert hat, ist die Kunst Grundlage ihrer Existenz: „Art is our language. We’re an art group“ so Osman Murat Ertel, Bandgründer und Elektro-Saz-Spieler der Band.

Das neue Studioalbum Derin Derin – das erste seit fünf Jahren – folgt am 27.09.2019 auf die Retrospektive XX aus dem Jahr 2017 und zeigt BaBa Zula von ihrer bislang experimentellsten, leidenschaftlichsten wie auch ausschweifendsten Seite. Die Instrumental-Teile des Albums, dessen Titel übersetzt so etwas wie „tief tief“ bedeutet, erwuchsen aus Kompositionen, die BaBa ZuLa ursprünglich für einen Dokumentarfilm über Falken geschrieben hatte: „We learned a lot about the birds while we were making the soundtrack“, so Murat Ertel und weiter: „After we’d completed it, we began to think about new layers and elements we could add.“

Stück für Stück fanden sich so die Elemente zusammen, die für den typischen Bandsound stehen: abgedrehte türkische Psychedelia und die starken Emotionen aus der traditionellen anatolischen Musik wohltemperiert durch die beständige Suche der Band nach Inspiratoren und Inspirationen, darunter die Krautrock-Pioniere Can sowie gemeinsam mit dem Mad Professor eingespielte Electro-Dub-Experimente von BaBa ZuLa selbst. So entstand ein Sound des 21. Jahrhunderts, in dem die Stimmen manchmal abtauchen und manchmal laut durch Noise-Wände brüllen. Derin Derin ist Musik für unsere gefährliche Zeit oder wie Ertel sagt: „Culture is danger“.

Jede Band wird irgendwann zu einer Familie. Auf dem neuen Album erhält der über zwei Jahrzehnte immer weiter gewachsene Familiensinn von BaBa ZuLa eine neue und tiefere Dimension. Ertel komponierte ein Stück gemeinsam mit seiner Frau und der Text zu „U Are the Swing“ stammt von seinem Sohn. „We were at the park and I was pushing him on a swing”, so Ertel und weiter: „He started singing the words to me. I was crying with happiness, it was such a strong experience for me. I tried to get down everything he sang, and later I added more.”

Es ist ein Stück, das an den zu Lebzeiten oft mit BaBa ZuLa zusammenarbeitenden Can-Musiker Jaki Liebezeit erinnert. Ertels Kinder spielten auf einem von Liebezeit selbst angepassten Schlagzeug ihre Parts für das Album ein. „After losing him, I understood just how big an influence he was,“ so Ertel, „He was like a mentor without even realising it, and he could play those Turkish rhythms excellently.”

Diese Rhythmen bilden die Basis von BaBa ZuLas Sound wie auch schon für die frühe türkische Psychedelic-Szene der 1960er und -70er Jahre, die immer noch großen Einfluss auf Ertel hat: „The early 45s were mostly traditional songs covered by the bands. It was wild and electric, but it kept the link to the past. Those were the records I asked my family to buy, the ones I grew up with, alongside artists like Miriam Makeba, Harry Belafonte, and the Red Army choir.”

Der Sound der Psychedelia verankerte sich tief in seiner Seele und half bei der Bandgründung im Jahr 1996, eine eigenständige Vision für BaBa ZuLa mit dem unverwechselbaren Sound von elektrischer Saz und Oud zu entwickeln. „Both instruments are electrified,” erklärt Ertel, „but that’s all they have in common. They belong to different cultures. The oud is Middle Eastern and classical while the saz comes from Turkish folk music. Nobody else has ever mixed electrified versions of these two instruments together, but it truly works. Even the frequencies of the instruments are well-balanced against each other.”

Der psychedelische Sound führt außerdem auf eine natürliche Weise zum Dub. Im Song „Eagle Got Wolf“ scheinen die Echos von Phrasen und Riffs in der Luft stillzustehen, während der Bass vom Himmel herabschießt und gezupfte Töne auftauchen, die irgendwann wieder hinwegflattern. Die Band hat aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Mad Professor gelernt und so ist es sicherlich keine Übertreibung, wenn Ertel sagt: „our dub influences are very strong.”

Allerdings ist es Dub innerhalb eines neuen Kontexts, eines musikalischen Experiments. Das Album führt die Vergangenheit in die Gegenwart und verleiht ihr Flügel für die Zukunft. Sogar das Coverphoto deutet darauf hin: „We used a technique from 150 years ago, a photograph taken on a glass plate that had to be prepared with silver and albumen. Then we manipulated it digitally. The visual elements are an important part of who we are – the presentation, the pictures, everything.”

In einer unbeständigen Welt, in der das Böse so leicht den Kopf heben kann, brauchen wir Künstler, die sich nicht einschüchtern lassen, die angstfrei sind und Risiken eingehen. Wir brauchen Musiker, die von der Wahrheit singen. „My father and my uncle were artists,” sagt Ertel und weiter: „I grew up watching and hearing them. I learned that the barriers between areas of art can be broken. I think there’s a consciousness awakening, but it will take time to grow. We keep pushing.”

BaBa ZuLa sieht die Kunst vom 19. Jahrhundert über die 1960er Jahre bis zum heutigen Tag als Kontinuum und Derin Derin ist ihre neueste Inkarnation. Es ist furchtlose Musik. Es ist die Wahrheit. Und es gibt Hoffnung.

Tourdaten (weitere sind in Planung!):
01.08.2019 Darmstadt / Centralstation
02.08.2019 Würzburg / Hafensommer
03.08.2019 Jena / Kulturarena
10.08.2019 CH-Basel / Basel Open Air Festival
19.10.2019 CH-Zürich / Moods
21.10.2019 Reutlingen / Franz K
22.10.2019 München / Ampere
23.10.2019 Wiesbaden / Schlachthof
24.10.2019 Mannheim / Alte Feuerwache

Weitere Informationen:
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BABA ZULA
Das neue Studioalbum: Derin Derin
VÖ: 27.09.2019
Label: Glitterbeat
Formate: CD / LP (180g + DL-Code) / Download & Streaming
EAN CD: 4030433608227
EAN LP: 4030433608210
Bestellnummer: GBCD/LP 082
Vertrieb: Indigo
Labelcode: 41276

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