Jupiter & Okwess mit neuem Album am 07.07.2017 bei Glitterbeat Records und Festivalauftritten im Sommer

Mit dem zweiten Album Kin Sonic gehen Jupiter & Okwess weit über die Grenzen des unentdeckten musikalischen Erbes im Kongo hinaus und tauchen tief in die Moderne ein. Der Zuhörer wird dazu eingeladen, das neueste Rezept der ausgiebigen Reisen von Jean-Pierre Bokondji alias Jupiter um die ganze Welt zu genießen. Es ist ein Rezept, das auf der perfekten Alchemie aller Bestandteile basiert, und wird von Gästen wie Damon Albarn (Blur, Gorillaz), Warren Ellis (Bad Seeds, Dirty Three) und Robert del Naja (alias 3D von Massive Attack) angereichert.

Del Najas Beitrag ist das aussagekräftige Albumcover. Das Honorar dafür spendete er einer NGO namens „La Fondation Etoile du Congo de Madame Princesse Kibinda Mariam Rita“, die ihre Zentrale im Stadtteil Lemba hat, in dem auch Jupiter lebt. Rita kümmert sich mit ihrer Stiftung um obdachlose Straßenkinder mit Schwerpunkt in Lemba und Jupiter ist der Botschafter der Stiftung.

Produziert wurde Kin Sonic von Marc-Antoine Moreau (Amadou & Mariam, Songhoy Blues) und François Gouverneur. Neben Jupiter sind die Okwess-Musiker Montana (von Staff Benda Bilili) am Schlagzeug, Yendé (Bass), Eric und Richard (Gitarren) sowie der Sänger Blaise auf dem Album zu hören. Außerdem liest die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire, selbst ein großer Fan von Jupiter, in dem Song „Les Temps Passé“ einen Auszug aus dem Buch Bandoki (Die Zauberer) des Philosophen Zamenga Batukezanga. In ihm geht es darum, die Vorfahren um Hilfe bei der Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu bitten.

Dank des immensen natürlichen Ressourcenreichtums im Kongo haben sich einige wenige im ersten halben Jahrhundert der Unabhängigkeit des Landes bereichert, alle anderen Einwohner sind verarmt. Jupiter wie auch Batukezanga fokussiert seine Texte auf die schmerzvolle koloniale Vergangenheit und ihre Überwindung in einem Diskurs, in dem die Wahrheit sich auf Zehenspitzen tänzelnd nach vorne wagt, während diejenigen, die zu viel reden, sich in Gefahr bringen. Darum benutzt Jupiter Geschichten und Parabeln, um z. B. im Stück „Bengai Yo“ Ungerechtigkeiten anzuprangern oder im Song „Benanga“ einen „König“ zu verspotten, der mit anderer Menschen Geld verschwenderisch umgeht. Mit dieser Art von „Besonnenheit“, die man auch „Diplomatie“ nennen könnte, ist seine Diplomaten-Familie nur zu vertraut.

Jeder Song auf dem Album erzählt ein ganz eigenes Stück aus dem wirklichen Leben, steht mit seinen Gedanken und Reflektionen zwar für sich alleine, aber auch für etwas Universelles, was durch die Violine von Warren Ellis und die Keyboards von Damon Albarn Ausdruck erhält. Kin Sonic findet in der Erforschung eines bislang versteckten kulturellen Erbes eine eigene Stimme und nimmt seinen Platz vor explodierenden Mauern und Grenzen im Hier und Jetzt ein, während die Menschen sich gleichzeitig nach Momenten von wahrer Schönheit und purem Irrsinn sehnen.

Eine Tournee ist für den Herbst in Planung – vorab kommt Jupiter & Okwess im Sommer für einige Auftritte bei Festivals nach Europa:

06.07.2017 Rudolstadt / TFF Rudolstadt
20.07.2017 Nyon / Paleo Festival

Hintergrund:
Jupiter ist der Spitzname von Jean-Pierre Bokondji. Er wurde am 16. Dezember 1963 in Kinshasa geboren, drei Jahre nachdem der Kongo unabhängig geworden war. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er in Daressalam (Tansania) und in Ost-Berlin, wo sein Vater als Attaché für die kongolesische Botschaft arbeitete. Im Alter von 17 Jahren verließ er 1979 die DDR und kehrte nach Kinshasa zurück. Es war wie eine Rückkehr in eine andere Galaxie, die Antithese zu seinem bisherigen Leben.

In Deutschland hörte Jupiter den großartigsten US-amerikanischen Soul: James Brown, The Jackson 5, The Temptations und Kool and the Gang. Zurück im Kongo entdeckte er die hyperdominante kongolesische Rumba zusammen mit vielen anderen im Schatten der Rumba heranwachsenden Rhythmen und Musikstilen, die alle auf merkwürdige Weise an Funk, Soul und Rock erinnerten. Mit dieser Verbindung zwischen kongolesischen Traditionen und der westlichen Musik im Hintergrund beschloss Jupiter, seine eigenen musikalischen Ausdrucksformen zu finden.

Erste Songs entstanden, deren Texte die tradierte Geschichte seines Landes und ihrer Herrscher in Frage stellten. Zu dieser Zeit stand der Kongo kurz vor der Tyrannei und der Anarchie. Mit gerade einmal achtzehn Jahren beschloss Jupiter Musiker zu werden, sehr zur Enttäuschung seines Vaters, der nicht wollte, dass der Sohn durch solche Ablenkungen von seinem Studium abgehalten werden würde und ihn zurück nach Europa schicken wollte. Jupiter verließ daraufhin sein Elternhaus und lebte auf der Straße, schlief in verlassenen Häusern und verdiente sich ein paar Groschen als Tam-Tam-Spieler bei Beerdigungen. So verdiente er sich den Street-Cred-Status als Rebell erster Klasse und seinen Spitznamen Jupiter, der ihm seitdem anhaftet.

In den frühen 1980er Jahren wurde er dann Mitglied der Band Famous Black, die sich später in Bongo Folk und noch später in Okwess („Lebensmittel“ in der Kibunda-Sprache) umbenannte. Seitdem hatte Okwess viele Besetzungswechsel, aber Jupiter blieb immer der Kapitän am Ruder.

Im Jahr 2006 erschien eine Dokumentation namens Jupiter’s Dance der französischen Filmemacher Florent de la Tullaye und Renaud Barret über Jupiter. In ihr erscheint er als schlaksiger Vogel in einer Generalsuniform wie eine Art Ghetto-Don Quijote; in einer heruntergekommenen und verlassenen Umgebung versucht er stur und gegen alle Widerstände, seine Band am Leben zu halten, und das mit allen Mitteln der Beharrlichkeit und der Improvisationskunst in einem Land, in dem die Lebenserwartung bei nur circa fünfzig Jahren liegt.

Sieben Jahre später, im Jahr 2013 führte die Veröffentlichung des Albums Hotel Univers für seinen internationalen Durchbruch mit Tourneen in der ganzen Welt und Auftritten bei Festivals wie Glastonbury, Roskilde oder dem Eurockéennes.

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/JupiterAndOkwess/ (https://www NULL.facebook NULL.com/JupiterAndOkwess/)
https://twitter.com/Jupiterokwess (https://twitter NULL.com/Jupiterokwess)

JUPITER & OKWESS
Das neue Album: Kin Sonic
VÖ: 07.07.2017
Label: Glitterbeat Records
Formate: CD/LP (180 gm) + DL-Code/digital
EAN CD: 4030433605028
EAN LP: 4030433605011
Bestellnummer: GBCD/LP 050
Vertrieb: Indigo
Labelcode: 41276

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