Jewish Monkeys mit neuem Album und Tournee 2017

Die Jewish Monkeys sind Meister im Spiel mit Identitäten, Ritter des Absurden, Musiker und Komödianten. Gerne brechen sie ethnisch-religiöse Tabus und holen zu satirischen Befreiungsschlägen aus. Ihre neo-jiddische Klangfusion pendelt zwischen zirkushaftem Chanson und punkig-energetischem Pop, ihre Sprache zwischen Englisch und Jiddisch. Ihr Publikum bringen sie so gut wie immer zum Tanzen: ob syrische Flüchtlinge im Dresdner Übergangslager oder Anti-Pegida-Demonstranten, ob in deutschen, dänischen, israelischen, tschechischen, französischen oder East Londoner Clubs.

Das neue Album High Words wird am 28.04.2017 bei Greedy For Best Music veröffentlicht. Tourdaten gibt es im März und Mai.

Die Monkeys machen keine Witze auf Kosten anderer, sondern sehen sich in einer Linie mit den großen jüdischen Komödianten, die die hohe Kunst des sich selbst auf die Schippe Nehmens beherrschten. Sie erinnern an die Marx Brothers und deren Lust am Unlogischen, sich austobenden Unbewussten und der absurd-aggressiven Komik. Da wundert es nicht, wenn der Deutschlandfunk sie unter dem Titel „Sinn für Unsinn: Die Anarcho-Klezmer-Band Jewish Monkeys!“ portraitiert hat.

Auch im Deutschland der Weimarer Republik war jüdische Komik auf Schellackplatten oder im Kabarett populär und nach dem zweiten Weltkrieg nahm Mickey Katz („The Most Mishige“ und Vorbild von Entertainern wie Mel Brooks, Jerry Lewis, Woody Allen und später Jerry Seinfeld und Larry David) mit auffälligem Akzent und seinen ‘jinglishen’ Schlagerparodien den Ehrgeiz amerikanischer Juden aufs Korn, im Schmelztiegel durch Anpassung an die „Gojim“ aufzugehen.

Gegründet wurden die Jewish Monkeys von Jossi Reich und Roni Boiko, zwei ehemaligen Chorknaben der Frankfurter Westend-Synagoge, die mehr als ein Vierteljahrhundert später in ihrer neuen israelischen Heimat mit Gael Zaidner einen ähnlich Verrückten trafen. Mit Hilfe des renommierten Theater-, Ballett- und Filmmusikkomponisten Ran Bagno (Akkordeon, Keyboards) fassten sie ihre Ideen in Musik. Andere Musiker, u.a. von der Middle-Eastern-Surfband Boom Pam, halfen ein Album einzuspielen, das gerade auch bei der deutschen Presse mit hymnischen Kritiken gefeiert wurde. Mania Regressia drückt schon im Titel den Hintersinn der Band aus. Der Bassist und Betreiber des Tel Aviver Underground-Clubs Tahat, Yoli Baum, kam dann an Bord und baute eine Liveband auf.

In der aktuellen Formation sitzt Henry „The Rose“ Vered am Schlagzeug, der im Hardrock wie auch im Jazz versiert ist. Gitarrist Omer Hershman ist ein angesehener Produzent sowie Mitglied der Indieband Panic Ensemble und driftet mit seiner Gitarre schon seit jeher in Richtung rockiger Zirkus- und Kabarettmusik. Ein Powerhaus ganz anderer Art ist Posaunist Moran Baron – von Jazz bis Funk ist ihm nichts fremd und die wichtigsten israelischen Rock- und Pop-Ensembles stehen bei ihm Schlange, damit er ihren Alben seinen goldenen Touch verpasst.

Die englischsprachigen Texte ihres ersten Albums setzen sich mit Gier nach Erdöl, Klimaerwärmung, prügelnden Vätern oder obsessiver Reinlichkeitssucht auseinander. Die Jewish Monkeys besingen allzu männliche Frustrations-Phantasien im Angesicht eines spießigen Wochenend-Grillnachmittags im häuslichen Garten des langweiligen Vororts oder karikieren wie im allerersten Jewish Monkeys-Song „Hava Nagila vs. Banana Boat“ den Streit zwischen Juden und Arabern um das eine, einzige Heilige Land.

Auf ihrem neuen Album lassen zwei hitverdächtige Stücke aufhorchen: Der Song „Alte Kacker“ spielt, wie der Titel erahnen lässt, zynisch-trocken und mitleidlos-selbstbemitleidend auf die auf uns alle wartende Beschwerlichkeit des Alters an und lässt uns dabei munter zum Gitarrenrock-Stakkato auf und ab hüpfen. Der Song „High Words“ gibt wiederum der Wut auf ein Establishment Raum, welches uns im neuen Global-Warming-Zeitalter in die Demagogie vergangener Weltkriegszeiten abrutschen lässt.

Ihre jiddischen Lieder sind frivole und sozialkritische Songs. Wilde Kapriolen schlagende Instrumentals feiern in neuer, moderner Klezmer-rockiger Größe eine Wiederauferstehung. Das zu Lachtränen und Sehnsucht animierende Liebes- und Anti-Liebeslied „Pupik“ ist eine Ode an die Geliebte, bei der schon in der Eingangszeile die Selbstverständlichkeit anklingt, dass neben der Auserwählten das Auge auch auf andere begehrenswerte Frauen geworfen wird. „Zelda, why do you have this cousin, Zelda, she is much prettier than you…”.

Bleibt noch die Frage: Was soll das mit diesem nicht leicht zu verdauenden Band-Namen, der in einigen arabischen Ländern gar als arges Schimpfwort im Umlauf ist? Da zucken die Monkeys nur mit den Achseln: „Wir Juden dürfen das! Dass wir uns trauen, politisch unkorrekt zu sein und uns selber als Juden verarschen ist seit jeher unser Überlebensrecht gewesen. Aber am Ende suchen wir das Gemeinsame und nicht das Trennende. Wir wollen Gräben einreißen und Brücken bauen – deshalb auch unsere große Freude, für Menschen aus Syrien oder Afghanistan zu spielen.“

Die Band: Assaf Pariente: Vocals // Jossi Reich: Vocals // Gael Zaidner: Vocals // Ran Bagno: Akkordeon // Omer Hershman: Gitarre // Moran Baron: Posaune // Yoli Baum: Bass // Henry Vered: Schlagzeug

Tourdaten:
März 2017
07.03.2017 Darmstadt / Hoff-Art Theater
08.03.2017 Köln // Underground
09.03.2017 Leipzig // Werk 2
10.03.2017 Rostock // Zwischenbau
11.03.2017 Berlin / Roter Salon – Purim Party w/ DJ Yuriy Gurzhy
12.03.2017 Frankfurt / Das Bett – Purim Party w/ DJ Janeck Altshuler
13.03.2017 Jena / Café Wagner

Mai 2017:
19.05.2017 CH-Flawil / Kulturpunkt
20.05.2017 München / Ampere
21.05.2017 Dresden / Schloss Röhrsdorf
24.05.2017 Frankfurt / Ignatz Bubis-Gemeindezentrum
25.05.2017 Karlsruhe / Tollhaus
26.05.2017 Hannover / Café Glocksee
27.05.2017 Hamburg / Kampnagel

Sommer und Herbst:
14.07.2017 Düsseldorf / Asphalt Festival
23.09.2017 Ottersberg // Kukuc
24.09.2017 Emsdetten // Stadtfest
02.10.2017 Reutlingen // Franz K
02.10.2017 Reutlingen / Franz K

Weitere Informationen:
www.jewishmonkeys.com (http://www NULL.jewishmonkeys NULL.com)

JEWISH MONKEYS
Das neue Album: High Words
VÖ: 28.04.2017
Label: Greedy for Best Music
Vertrieb CD und LP: Indigo
Vertrieb digital: Believe
Katalognummern: GBM 003
EAN CD: 4015698010671
Labelcode: 13406

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